Monatsarchiv für Januar 2011

Jan 01 2011

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Findegil

“Parma Eldalamberon” Zeitschriften zur Elbensprache

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Parma Eldalamberon (c) eldalamberon.com

Parma Eldalamberon heißt soviel ‚Buch der Elbensprachen’. Und dies beschreibt den Inhalt dieser Schriftenreihe schon ganz gut. Begonnen hat alles als Forum für linguistische Aufsätze über Kunstsprachen in literarischen Werken. Eine Beschränkung auf die Sprachen Mittelerdes war zunächst gar nicht geplant, sie ergab sich dann aber wohl aus der Interessenlage der Redakteure und Leser.
Beginnend mit Band XI besteht der Inhalt ausschließlich aus den umfangreichen und bis dahin unveröffentlichten Schriften Tolkiens zu den Sprachen Mittelerdes. Dabei folgt die Reihenfolge der Veröffentlichung in etwa der Chronologie der Entstehung. Die einzelnen Bände sind nicht immer nach dem umfangsreichsten enthaltenen Text benannt, sondern nach dem, der nach Ansicht der Redakteure, den Gesamtinhalt am besten charakterisiert. Bisher sind mit Inhalten aus Tolkiens Schriften die folgenden Bände erschienen:
Parma Eldalamberon XI: I Lam na Ngoldathon
enthält die Grammatik und das Lexikon der Gnomischen Sprachen.
Parma Eldalamberon XII: The Qenya Lexicon
enthält neben dem Lexikon auch “The poetic and mythological Words of Eldarissa”
Parma Eldalamberon XIII: The Alphabet of Rúmil & Early Noldorin Fragments
neben den beiden genannten Texten finden sich unter anderm auch “Heraldic Devices of Tol Erethrin”, “Goldogrin Pronominal Prefixes”, “Early Noldorin Grammar“ und mehrer Namenslisten.
Parma Eldalamberon XIV: Early Qenya & Valmaric
enthält “Early Qenya Fragments“ Early Qenya Grammar“ und mit “The Valmaric Script” Tolkiens erste entwürfe für ein elbisches Alphabet.
Parma Eldalamberon XV: Sí Qente Feanor
enthält unter anderem die vollständige “Name-list to The Fall of Gondolin” das “English-Qenya Dictionary”.
Die Texte in oben genannten Ausgaben entstanden all in der Zeit von 1917 bis ungefähr 1925, man darf also sicher sein, dass noch Material für weitere Bände vorliegt.

Die frühen Bände (bis Band V) sind nur als Photokopiesammlung zu bekommen. Ihr Inhalt ist heute nur noch für Spezialisten von Interesse, zeigt er doch eher die Entwicklung eines tiefern Verständnisses für Tolkiens Sprachen auf, als tatsächlich heute noch gültiges Wissen darüber zu repräsentieren. Diese Bände wurden noch von The Mythopoeic Society herausgegeben und sind auch von ihr zu beziehen.
Die weiteren Bände wurden von der Elvish Linguistic Fellowship herausgegeben und sind über den WEB-Shop dieser Organisation zu beziehen. Die Bände 9, 10, 12 und 14 sind jedoch zurzeit vergriffen. Aber man darf hoffen, dass auch diese Bände später ein weiteres Mal aufgelegt werden.

Für Liebhaber von Tolkiens Elbensprachen sind die Bände eine lohnende Lektüre, für alle anderen sind sie jedoch wohl zu speziell. Schaut euch einfach mal auf der Homepage um.

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Jan 01 2011

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Findegil

“Companion and Guide, Part 1: Chronology” von JRR Tolkien

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Companion and Guide (c) HarperCollins

Wie der Titel verrät handelt es sich bei diesem Buch, oder besser bei diesen beiden Büchern, nicht um Geschichten aus Mittelerde, sondern um Begleitbücher die Information zu Tolkien, seinem Leben und Werk enthalten. Die Chronology versucht Tolkiens Leben von seiner Geburt in Bloemfontein bis zu seinem Tod in Bournemouth in seiner zeitlichen Abfolge darzustellen. Tatsächlich beginnt die Chronologie mit dem 21. Januar 1889 mit der Geburt von Edith Mary Bratt JRR Tolkiens späterer Ehefrau und endet am 17. November 1973 mit dem Gedenk-Gottesdienst zu Tolkiens Tod in Oxford.

Dabei ist in der Rückschau auf zum Teil solange vergangene Ereignisse und auf Personen, die zu der Zeit nicht berühmt waren, natürlich nicht möglich jeden Tag Stunde für Stunde abzubilden. Zum Teil findet man zu dokumentierten Ereignissen nur ungefähre Perioden in denen sie statt fanden und zum Teil findet man genaue Angaben zum Beispiel zu wiederkehrenden Aufgaben, bei denen man aber nicht sicher sein kann ob Tolkien sie wirklich alle wahrnahm. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen füllt allein die Chronologie von Tolkiens Leben über 750 Seiten.
Dazu treten dann in Anhängen Stammbäume der Familien Tolkien (die Vorfahren von Arthur Tolkien, JRR Tolkiens Vater und der Familien von JRR und Hilary Tolkien und ihre Nachfahren) und der Familie Suffield (die Vorfahren von Tolkiens Mutter). Auch eine Bibliographie aufgeteilt nach „veröffentlichten Schriften“, „veröffentlichter Kunst“, „Poesie“ und „Übersetzungen“ ist dem Buch beigegegben. Zudem wird das Buch durch eine sehr umfangreiche Quellenangabe und einen ausführlichen Index ergänzt.

Scull und Hammond gehören zu jenem ausgewählten Kreis, der nicht nur Zugang zu allen Tolkien-Papiern in der Bodleian Libary hat, sondern auch vom Tolkien Estate bei passender Gelegenheit die Genehmigung zur Veröffentlichung erhält. Zudem sind sie in der Position mit den noch lebenden Kindern Tolkiens persönlich zu kommunizieren. In Kombination mit einer exzessiven Recherche erlaubt das in der Chronologie einen erstaunlich detaillierten Einblick in Tolkiens Leben.

Dabei werden alle Bereiche berücksichtigt: Die Schreibgeschichte zu Tolkiens literarischem Werk, seine verschiedenen wissenschaftlichen Beschäftigungen, sein Tätigkeit in verschiedensten Klubs und Vereinen und die Freizeitbeschäftigungen zusammen mit der Familie, um nur einige zu nennen.

Amazonbutton12 in Companion and Guide, Part 1: Chronology von JRR TolkienSeit dem Erscheinen der autorisierten Tolkien-Biografien von Humphrey Carpenter ist die Chronologie ohne Zweifel das wichtigste Buch zu Tolkiens Leben. Hier könnt ihr die Box  erstehen und dann gibt es natürlich noch die gebundenen Einzelausgabe.

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Jan 01 2011

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“Arda Reconstructed” von Douglas Charles Kane

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Arda reconstructed (c) Leihigh University Press

In “Arda Recunstructed“ erfährt der Leser nichts Neues über Mittelerde, aber eine Menge dazu wie, das allgemeine Bild dieser Fantasy-Welt, das immer noch vom Buch „Das Silmarillion“ geprägt wird, entstanden ist.
Mr. Kane analysiert dazu „Das Silmarillion“ anhand der Quellen, die Christopher Tolkien bei der Edition des Buches heranziehen konnte. Dies wird naturgemäß nur durch die späteren Veröffentlichungen Christopher Tolkiens in “The History of Middle-Earth“ möglich. Nach einer Einleitung zur Motivation und Technik des Werks orientiert sich das Buch dann an den Abschnitten und Kapiteln des Silmarillions. Zum Schluss folgt eine zusammenfassende Kritik des Autor an der Edition durch Christopher Tolkien.

Das Aufschlüsseln der Quellen ist dabei extrem gründlich. Hier werden nicht nur ganze Absätze diskutiert, sondern wo dies möglich ist, die Herkunft bis auf die Phrasen und Wortebene genannt. Wer selbst schon einmal versucht hat, einen Abschnitt aus dem Silmarillion in der History of Middle-Earth genau zu identifizieren, wird die Arbeit, die Mr. Kane hier leistet, wahrlich zu würdigen wissen. Die beschreibenden Texte zu den einzelnen Kapiteln geraten hier und da etwas kommentarlastig. Dies unterstützt aber sicher die Lesbarkeit des Gesamtwerks. Dazu liefert das Buch zu jedem Kapitel eine detaillierte Übersichtstabelle mit den Quellenmaterialen. Aufgelockert wird das Buch durch sechs gelungene Illustrationen von Szenen aus dem Silmarillion von Anushka Mouriño.

Wer schon immer wissen wollte, warum so viele Leute „Das Silmarillion“ als Informationsquelle zu Mittelerde so kritisch sehen, wird hier die Antwort finden, ohne sich gleich durch 12 Bändige History of Middel-Earth arbeiten zu müssen.

Amazonbutton14 in Arda Reconstructed von Douglas Charles KaneErhältlich ist das Buch bei Amazon.

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Jan 01 2011

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“J.R.R. Tolkien – Briefe” von Humphrey Carpenter

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Briefe (c) Klett-Cotta

Wie der Name schon vermuten läßt, handelt es sich hier um eine Sammlung von Briefen. Diesmal jedoch keine erfunden Briefe, sondern tatsächlich J.R.R. Tolkiens private wie berufliche Korrespondenz. Humphrey Carpenter hat die Auswahl und Edition der Briefe vorgenommen. In seinem Vorwort schreibt er: “…Bei der Auswahl [der Briefe] wurde auch daran gedacht, die mächtige Spannweite seiner [Tolkiens] Geistesart und seiner Interessen vorzuweisen und sein eigenwilliges, aber stets klares Weltbild deutlich werden zu lassen…”
Da vor der Veröffentlichung des Hobbits kaum jemand von Mittelerde wußte, finden sich in den frühen Briefen kaum Information für Mittelerde-Liebhaber. Um so ergiebiger sind die Auskünfte zu Tolkiens privatem und beruflichen Leben. Von 1936 an wandelt sich das Bild, denn natürlich ist Carpenters Auswahl so, dass Tolkiens Antworten auf Leserbriefe viel Raum eingeräumt wird. So erfahren wir (wie oben gesehen) Details zur Geschichte, ebenso wie Tolkiens Interpretation zu seinem eigenen Werk.

Auch wenn wir nicht wissen, wie groß der verbleibenden Schatz an Briefen ist die Carpenter nicht aufnehmen konnte, wollte oder auch dürfte, so ist die Mischung doch sehr gelungen. In den neueren englischen Editionen wird der schnelle Zugang zu Informationen aller Art durch einen erweiterten Index erheblich verbessert. Leider muss der Leser der deutschen Ausgabe noch mit dem sehr dürftigen alten Index auskommen. Dieser enthält keinerlei Namen aus Tolkiens Mythologie. Die Übersetzung der Briefe von Wolfgang Krege ist von gewohnt guter Qualität, auch wenn man sich manchmal eine bessere Anpassung an die veröffentlichten Buchtexte wünschen würde.

Durch die Briefe baut man ein gewissermaßen “persönliches” Verhältnis zu Tolkiens Werk auf, aus dem man mit ein wenig Menschenkenntnis auch eine Menge aus der Person Tolkien herauszulesen vermag.

Hier kommt ihr die gebundene Ausgabe, sowie die Taschenbuchausgabe.

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Jan 01 2011

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“The Ring of Words” von Gilliver, Marshall und Weiner

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The Ring of Words (c) Oxford University Press

Das Buch teilt sich in drei Teile: „Tolkien as Lexicographer“ beschreibt die Arbeit von JRR Tolkien als Mitarbeiter des Oxford English Dictionary (OED). Nicht jeder Eintrag der aus Tolkiens Feder stammt, wird im Detail besprochen, aber die meisten werden genannt und bei vielen wird Tolkiens Beitrag auch dann erläutert, wenn er im veröffentlichten Werk verändert wurde.
In „Tolkien as Wordwright“ wird JRR Tolkiens Wortfindung im Detail beleuchtet. Dabei werden verschiedene ‚Techniken’ erläutert. Diese Katalogisierung entspricht sicher nicht dem Vorgehen Tolkiens, aber sie macht die Dinge verständlicher.
In „Word Studies“ werden dann auch jene Wörter besprochen, die Tolkien nicht wirklich erfunden hat, sondern die er nur wieder in Gebrauch brachte.
Im Epilog wird erläutert welche Wortneuschöpfungen Tolkiens eine weitere Verbreitung gefunden oder sich sogar etabliert haben.

Das Buch enthält natürlich auch Auszüge von Entwürfen für Eintragungen im OED, die nirgendwo sonst zu finden sind. Aber das ist nicht wirklich was das Buch interessant macht. Viel mehr erhält der Leser neue Einblicke, insbesondere über die Jahre von Tolkien als Lexikograph, eine Zeit über die er später sagte, er hätte in keiner vergleichbaren Zeit seines Lebens so viel gelernt wie in dieser.

Amazonbutton15 in The Ring of Words von Gilliver, Marshall und WeinerEine erstaunlich kurzweilige Lektüre, bei so einem nominell trockenen Thema.

Hier bekommt ihr die Taschenbuchausgabe.

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