Apr 20 2010

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Die Geschichte Morias (Teil 2: Ins Dritte Zeitalter)

Abgelegt 07:48 unter Erforschung

Moria Klein in Die Geschichte Morias (Teil 2: Ins Dritte Zeitalter)

Das Tor von Moria aus Der Herr der Ringe

Im ersten Teil haben wir uns mit der Geschichte Morias vom Anbeginn bis ins Zweite Zeitalter befasst. Damit war natürlich noch lange nicht alles über Moria gesagt! Hier nun, was wir zur weiteren Geschichte in Tolkiens Primärquellen fanden, beginnend in der Mitte des Zweiten Zeitalters.

Wenden wir uns wieder einmal der HoME zu, hier findet sich interessantes Material über Moria in Band 12: [„The History of Middle-Earth“; volume 12: „The Peoples of Middle-Earth“; part 2: „Late Writings“; chapter X: „Of Dwarves and Men“]:

„Große Veränderungen geschahen, als das Zweite Zeitalter fortschritt. Die ersten Schiffe der Númenórer erschienen vor der Küste von Mittelerde um das Jahr 600, aber kein Gerücht von diesem Omen erreichte den entfernten Norden. Zur gleichen Zeit indes kam Sauron aus dem Versteck hervor und offenbart sich selbst in schöner Form.

Für lange Zeit widmete er den Zwergen und Menschen wenig Aufmerksamkeit und versuchte die Freundschaft und das Vertrauen der Eldar zu gewinnen. Aber langsam kehrte er erneut zur Untertanentreue zu Morgoth zurück und begann Herrschaft durch Gewalt zu suchen, die Orks und andere böse Geschöpfe des Ersten Zeitalters musternd und führend, und heimlich baute er seine große Festung im bergumgürteten Land im Süden, das später als Mordor bekannt war. Das Zweite Zeitalter hatte erst die Mitte seines Laufs erreicht, (ca. Zweites Zeitalter 1695) als er in Eriador eindrang und Eregion zerstörte, ein kleines Reich gegründet von Eldar einwandernd vom Untergang von Beleriand, dass ebenfalls ein Bündnis mit den Langbärten von Moria gebildet hatte. Dies markierte das Ende des Bündnisses der Langbärte mit den Nordmenschen. Denn obwohl Moria für viele Jahrhunderte uneinnehmbar blieb, drangen die Orks verstärkt und befehligt von Dienern Saurons erneut in die Berge vor. Gundabad wurde wiedererobert, die Ered Mithrin überrannt und die Kommunikation zwischen Moria und den Eisenbergen für eine Zeit abgeschnitten. Die Menschen des Bündnisses waren nicht nur in Kriege mit den Orks verwickelt, sondern mit fremden Menschen von übler Sorte. Denn Sauron hatte die Herrschaft über viele grausame Stämme im Osten erlangt, (von alters her verdorben von Morgoth) Und er drängte sie, Land und Beute im Westen zu suchen. Als der Sturm vorbei war [Fußnote: Sauron wurde besiegt von den Númenórern and zurückgetrieben nach Mordor, und belästigte den Westen für lange Zeit nicht mehr, während er heimlich seine Herrschaft ostwärts erweiterte], waren die Menschen des alten Bündnisses vermindert und zersprengt, und jene die weiter in ihren alten Regionen verweilten waren verarmt und lebten zu meist in Höhlen oder an den Rändern des Waldes.“

Zum Bündnis der Eldar mit den Zwergen von Moria gibt es auch noch etwas mehr zu erfahren [„Nachrichten aus Mittelerde“; Teil 2: „Das Zweite Zeitalter“; Kapitel IV: „Die Geschichte von Galadriel und Celeborn und von Amroth, König von Lórien“]:

„Sauron selbst ging um das Jahr 1500 aus Eregion fort, nachdem die Mirdain mit der Anfertigung der Ringe begonnen hatten. Um diese Zeit war Celebrimbor in seinem Herzen und in seiner Treue nicht verdorben, doch er hielt Sauron für den, der dieser zu sein vorgab; und als er endlich das Vorhandensein des Einen Ringes entdeckte, begehrte er gegen Sauron auf und begab sich nach Lórinand, um sich noch einmal mit Galadriel zu beraten. Zu dieser Zeit hätten sie alle Ringe der Macht vernichtet, „doch es mangelte ihnen an Kraft“. Galadriel riet, dass die Drei Ringe der Elben niemals benutzt und getrennt voneinander versteckt werden sollten, an einem Ort, fern von Eregion, wo Sauron sie vermutete. In dieser Zeit empfing sie von Celebrimbor Nenya, den Weißen Ring, und durch seine Macht wurde das Reich von Lórinand stärker und schöner; doch gewaltig und unvorhersehbar war auch seine Macht über Galadriel, denn er verstärkte ihre verborgene Sehnsucht nach dem Meer und der Rückkehr in den Westen, so dass sich ihre Freude an Mittelerde trübte. Celebrimbor folgte ihrem Rat, den Ring der Luft und den Ring des Feuers aus Eregion fortzusenden; und er vertraute sie Gilgalad in Lindon an. (Es heißt hier, dass Gilgalad in dieser Zeit Narya, den Roten Ring, an Círdan weitergab, den Herrn der Anfurten, doch findet sich später in der Erzählung eine Randbemerkung, dass er ihn selbst behielt, bis er zum Krieg des Letzten Bundes aufbrach.)
Als Sauron von der Reue und dem Aufbegehren Celebrimbors erfuhr, ließ er die Maske fallen, und sein Zorn wurde offen sichtbar; er zog eine große Streitmacht zusammen, und im Jahr 1695 rückte er durch Calenardhon (Rohan) vor, um in Eriador einzufallen. Als Gilgalad diese Nachricht erreichte, sandte er eine Streitmacht unter Elrond, dem Halbelb, aus; aber Elrond hatte einen weiten Weg, und Sauron wandte sich nach Norden und eilte plötzlich nach Eregion. Die Kundschafter und die Vorhut rückten schon nahe heran, als Celeborn einen Ausfall machte und sie zurücktrieb; aber obwohl es ihm gelang, seine Streitmacht mit der von Elrond zu vereinigen, konnten sie nicht nach Eregion zurückkehren, denn Saurons Heer war weit größer als die ihrigen, groß genug, um sie fernzuhalten und zugleich Eregion dicht einzuschließen. Schließlich brachen die Angreifer zerstörend und verwüstend in Eregion ein und eroberten das wichtigste Ziel von Saurons Angriff: das Haus der Mirdain, wo sich ihre Schmieden und Schätze befanden. Celebrimbor selbst leistete Sauron auf den Stufen zur großen Tür der Mirdain verzweifelt Widerstand, doch er wurde ergriffen und gefangengenommen, und das Haus wurde geplündert. Dort nahm Sauron die Neun Ringe und einige weniger wertvolle Arbeiten der Mirdain an sich, aber die Sieben und die Drei Ringe konnte er nicht finden. Darauf wurde Celebrimbor der Folter unterworfen, und Sauron erfuhr von ihm, wo die Sieben Ringe aufbewahrt wurden. Celebrimbor gab dies preis, weil er weder die Sieben noch die Neun für so wertvoll hielt wie die Drei Ringe; die Sieben und die Neun waren mit Saurons Hilfe, die Drei von Celebrimbor allein gemacht, und sie besaßen eine andere Macht und dienten einem anderen Zweck. [Es wird hier nicht eigentlich gesagt, dass Sauron zu dieser Zeit die Sieben Ringe in Besitz nahm, obwohl die Folgerung klar erscheint, dass er es tat. In Anhang A, III zum Herrn der Ringe heißt es, dass die Zwerge von Durins Volk glaubten, dass der Ring Durin III., König von Khazad-dûm, von den Elbenschmieden selbst und nicht von Sauron gegeben worden sei; doch im vorliegenden Text wird nichts darüber ausgesagt, auf welche Weise die Sieben Ringe in den Besitz der Zwerge kamen.] Über die Drei Ringe konnte Sauron von Celebrimbor nichts erfahren, und er ließ ihn töten. Doch er ahnte die Wahrheit, dass die Drei elbischen Hütern anvertraut waren: und dies musste bedeuten, dass es sich dabei um Galadriel und Celeborn handelte.
Voll tiefen Zorns kehrte er in die Schlacht zurück; Celebrimbors Leichnam, von Ork-Pfeilen durchbohrt und an einem Pfahl hängend, trug er vor sich her wie ein Banner, und er wandte sich gegen die Streitmacht Elronds. Dieser hatte die wenigen Elben, die aus Eregion hatten entkommen können, gesammelt, doch seine Kraft reichte nicht aus, um dem Angriff standzuhalten. Man hätte ihn ohne Zweifel überwältigt, wäre nicht Saurons Heer im Rücken angegriffen worden, denn Durin sandte aus Khazad-dûm eine Zwergenstreitmacht, und mit ihr kamen die Elben aus Lórinand, geführt von Amroth. Elrond war imstande, sich zu befreien, doch er wurde nach Norden abgedrängt, und in dieser Zeit [der "Aufzählung der Jahre" zufolge im Jahr 1697] begründete er eine Zuflucht und Festung bei Imladris (Bruchtal). Sauron gab die Verfolgung Elronds auf und wandte sich gegen die Zwerge und Elben aus Lórinand, die er zurücktrieb; doch die Tore Morias wurden geschlossen, und er konnte nicht hinein. Immer galt später Saurons Hass Moria, und alle Orks erhielten Befehl, Zwerge zu verfolgen, wann immer sie konnten.
Aber jetzt versuchte Sauron die Herrschaft über Eriador zu gewinnen: Lórinand konnte warten. Doch als er die Länder verwüstete, alle kleinen Gruppen von Menschen tötete oder vertrieb und die übriggebliebenen Elben jagte, flohen viele nach Norden, um Elronds Heer zu vermehren. Es war jetzt Saurons vordringlichstes Ziel, Lindon einzunehmen, wo er, wie er glaubte, die meisten Aussichten hatte, einen oder mehr der Drei Ringe in die Hand zu bekommen; deshalb rief er seine zerstreuten Streitkräfte zusammen und marschierte nach Westen auf das Land Gil-galads zu, auf seinem Weg alles verwüstend. Aber seine Kampfkraft wurde durch die Notwendigkeit geschwächt, eine starke Abteilung zurückzulassen, um Elrond in Schach zu halten und ihn daran zu hindern, ihm in den Rücken zu fallen.
Seit langen Jahren hatten die Númenórer nun mit ihren Schiffen die Grauen Anfurten angelaufen, und sie waren dort willkommen. Sobald Gil-galad zu fürchten begann, dass Sauron Eriador mit offenem Krieg überziehen wollte, sandte er Botschaften nach Númenor; und die Númenórer begannen an den Küsten Lindons einen Stützpunkt und ein Nachschublager für den Kriegsfall zu errichten. Im Jahr 1695, als Sauron in Eriador einfiel, rief Gil-galad Númenor zu Hilfe. Darauf schickte der König Tar-Minastir eine große Kriegsflotte aus; doch diese verspätete sich und erreichte die Küsten Mittelerdes nicht vor dem Jahr 1700. Bis dahin hatte sich Sauron ganz Eriadors bemächtigt, ausgenommen nur das belagerte Imladris, und die Flusslinie des Lhûn (Luhn) erreicht. Er hatte weitere Streitkräfte gerufen, die aus dem Südosten heranrückten und in der Tat in Enedwaith am Steg von Tharbad standen, der nur schwach gehalten wurde. Gil-galad und die Númenórer behaupteten den Lhûn in verzweifelter Verteidigung der Grauen Anfurten, als im rechten Augenblick die große Kriegsmacht Tar Minastirs anlangte; und Saurons Heer wurde schwer geschlagen und zurückgetrieben. Der númenórische Admiral Ciryatur ließ einen Teil seiner Schiffe auslaufen, um weiter südlich zu landen.
Nach einem großen Gemetzel bei der Sarnfurt (der Übergang über den Brandywein) wurde Sauron nach Südosten weggetrieben; und obwohl er sich durch seine Streitkräfte bei Tharbad verstärkte, hatte er plötzlich erneut ein númenórisches Heer im Rücken, denn Ciryatur hatte an der Mündung des Gwathló (Grauflut) eine starke Streitmacht an Land gesetzt, ‚dort, wo ein kleiner númenórischer Hafen war’. [Dieser Hafen war Vinyalonde, später Lond Daer genannt, errichtet von Tar Aldarion; ...] In der Schlacht am Gwathló wurde Sauron vernichtend geschlagen, und er selbst entkam nur um Haaresbreite. Seine verbleibende kleine Streitmacht wurde im Osten Calenardhons angegriffen, und er selbst floh nur mit einer Leibgarde in jene Gegend, die später Dagorlad (Schlacht-Ebene) genannt wurde, von wo er gebrochen und gedemütigt nach Mordor zurückkehrte und auf Rache gegen Númenor sann. Die Armee, die Imladris belagerte, wurde zwischen Elrond und Gil-galad eingeschlossen und völlig vernichtet. Eriador war vom Feind gesäubert, doch es lag zum größten Teil in Trümmern.
Um diese Zeit wurde der erste Rat abgehalten, und dort wurde beschlossen, dass es besser sei, eine Elbenfestung im Osten Eriadors zu unterhalten als in Eriador selbst. In dieser Zeit übergab Gil-galad Vilya, den Blauen Ring, Elrond und ernannte ihn zum Vize-Regenten von Eriador; den Roten Ring aber behielt er, bis er ihn Círdan gab, als er in den Tagen des Letzten Bundes von Lindon aufbrach. Die Westlande hatten viele Jahre Frieden und Zeit, ihre Wunden zu heilen; doch die Númenórer hatten in Mittelerde Gefallen an der Macht gefunden, und von diesem Zeitpunkt an begannen sie unentwegt Siedlungen an den westlichen Küsten zu gründen [In der ‚Aufzählung der Jahre’: ‚um 1800’], die zu mächtig für Sauron waren, als dass er es für lange Zeit wagen konnte, sich aus Mordor nach Westen zu bewegen.
In ihrer abschließenden Passage kehrt die Erzählung zu Galadriel zurück und berichtet, dass ihr Verlangen nach dem Meer so stark wurde (obgleich sie es für ihre Pflicht hielt, in Mittelerde zu bleiben, solange Sauron noch unbesiegt war), dass sie beschloss, Lórinand zu verlassen und in der Nähe des Meeres zu wohnen. Sie vertraute Lórinand Amroth [oder besser Amdír] an, zog mit Celebrian erneut durch Moria und kam nach Imladris, wo sie Celeborn suchte. Dort (scheint es) fand sie ihn, und sie wohnten lange Zeit beisammen; und dann geschah es, dass Elrond Celebrian zum ersten Mal sah und sich in sie verliebte, wenn er auch nicht darüber sprach. Während Galadriel in lmladris war, wurde der oben erwähnte Rat abgehalten. Doch ein wenig später [für das Datum gibt es keinen Anhaltspunkt] gingen Galadriel und Celeborn zusammen mit Celebrian aus Imladris fort und zogen in die dünn besiedelten Landstriche zwischen der Mündung des Gwathló und des Anduin. Dort wohnten sie in Belfalas, an dem Ort, der später Dol Amroth genannt wurde; dort besuchte sie … Amroth zuweilen, und ihre Gesellschaft wurde durch Elben aus Lórinand vermehrt. Im Dritten Zeitalters, als Amroth den Tod fand und Lórinand in Gefahr war, kehrte Galadriel im Jahr 1981 dorthin zurück.“

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