Jul 30 2011
Erforschung: Hochzeiten in Mittelerde
In einem andern Text findet sich auch etwas über die Ehesitten bei den Elben [The History of Middle-Earth; Volume 10: "Morgoth's Ring"; Part Three: "The Later Quenta Silmarillion"; Chapter II: "The Second Phase"; "Laws and Customs among the Eldar"]:
„Die meisten der Eldar heirateten in ihrer Jugend und bald nach ihrem fünfzigsten Jahr. Sie hatten wenige Kinder, aber diese lagen ihnen sehr am Herzen. Ihre Familien, oder Häuser, wurden zusammengehalten durch Liebe und einen tiefes Gefühl für Verwandtschaft im Geiste wie am Körper; und die Kinder brauchten darin wenig Anleitung oder Ausbildung. Es gab selten mehr als vier Kinder in einem Haus, und die Zahl verringerte sich im Laufe der Zeitalter; aber selbst in den alten Tagen, als die Eldar noch wenige waren und begierig ihre Volk zu vermehren, war Fëanor berühmt als Vater von sieben Söhnen, und die Aufzeichnungen berichten von niemandem der ihn übertroffen hätte.
Die Eldar heirateten nur einmal im Leben, und zwar aus Liebe oder doch wenigstens aus freiem Willen auf beiden Seiten. Selbst als in späteren Tagen, wie die Aufzeichnungen enthüllen, viele der Eldar in Mittelerde korrumpiert wurden, und ihre Herzen sich verdunkelten durch den Schatten der auf Arda liegt, ist selten unter ihnen auch nur eine Geschichte erzählt worden über Taten der Lust.
Die Ehe war, von seltenen, schlimmen Zufällen oder sonderbaren Schicksalen abgesehen, die natürliche Lebensweise für alle Eldar. Dies fand in der folgenden Weise statt. Jene die später heiraten würden, mochten einander in früher Jugend auswählen, sogar schon als Kinder (und dies geschah tatsächlich oft in Tagen des Friedens); aber solange sie nicht sehr schnell verheiratet sein wollten und im passenden Alter waren, warteten sie mit der Verlobung auf das Urteil der Eltern auf beiden Seiten.
In angemessener Zeit wurde die Verlobung auf einem Treffen der beiden betroffenen Häusern bekannt gegeben, und die Verlobten gaben jeder dem Andern silberne Ringe. Entsprechend den Gesetzen der Eldar war diese Verlobung dann dazu bestimmt, für mindestens ein Jahr bestand zu haben, und sie bestand oft für länger. Während dieser Zeit konnte die Verlobung gelöst werden durch eine öffentliche Rückgabe der Ringe, die Ringe wurden dann eingeschmolzen und nicht wieder für eine Verlobung benutzt. So war das Gesetz; aber das Recht zur Zurücknahme wurde selten genutzt, weil die Eldar sich in solchen Entscheidungen nicht leicht irren. Sie sind nicht leicht zu täuschen durch ihres Gleichen, und da ihr Geist der Herr über ihren Körper ist, werden sie selten nur von den Begierden des Körpers beeinflusst, aber sie sind von Natur aus enthaltsam und standhaft.
Trotzdem wurde der Ehewunsch bei den Eldar, selbst in Aman, nicht immer erfüllt. Liebe wurde nicht immer erwidert; und mehr als einer konnte einen andern zu heiraten wünschen. Dies, der einzige Grund durch den Leid Eingang in die Glückseeligkeit von Amman fand, betreffend waren die Valar im Zweifel. Einige glaubten, dass es von der Beschädigung von Ardas kam und von dem Schatten unter dem die Eldar erwachten; weil nur daher (sagten sie) käme Kummer und Unordnung. Einige glaubten, dass es von der Liebe selbst käme und von der Freiheit eines jeden fëa, und dass es ein Geheimnis der Natur der Kinder Erus sei.
Nach der Verlobung war es die Sache der Verlobten die Zeit für ihre Hochzeit zu bestimmen, wenn wenigstens ein Jahr vergangen war. Dann auf einem Fest, an dem erneut die zwei Häuser Anteil nahmen, wurde die Hochzeit gefeiert. Am Ende des Festes traten die Verlobten vor und die Mutter der Braut und der Vater des Bräutigams legten die Hände des Paars ineinander und segneten sie. Für diese Segnung gab es eine feierliche Form, aber kein Sterblicher hat sie gehört; obwohl die Eldar sagen, dass Varda als Zeugin von der Mutter benannt wurde und Manwë vom Vater; und außerdem dass der Name von Eru ausgesprochen wurde (was selten zu irgendeiner anderen Zeit geschah). Die Verlobten erhielten dann jeder vom anderen ihren silbernen Ring zurück (und verwahrten ihn); aber sie tauschte schmale aus Gold gefertigte Ringe aus, die am Zeigefinger der rechten Hand getragen wurden.
Unter den Nolder war es auch Sitte, dass die Brautmutter dem Bräutigam einen Juwel an einer Kette oder Halsband geben sollte; und der Vater des Bräutigam sollte eine entsprechendes Geschenk der Braut geben. Diese Geschenke wurden manchmal vor dem Fest gegeben. (So war das Geschenk von Galadriel an Aragorn, da sie den Platz von Arwens Mutter ersetzte, zum Teil ein Brautgeschenk und ein Pfand für die Ehe, die später vollendet wurde.)
Aber diese Zeremonien waren keine Riten, die für eine Heirat notwendig waren; sie waren nur anmutige Methoden mit denen die Liebe der Eltern kundgetan wurde und der Bund anerkannt wurde, der nicht nur die Verlobten vereinigten sondern auch ihren beiden Häuser. Es war der Akt der körperlichen Vereinigung, der die Hochzeit vollzog und nach dem die unaufhebbare Bindung komplett war. In glücklichen Tagen und Zeiten des Friedens wurde es als unfreundlich und geringschätzig gegenüber den Verwandten betrachtet den Zeremonien vor zu greifen, aber es war zu allen Zeiten rechtmäßig für jeden der Eldar, wenn beide unverheiratet waren, auf diese Art aus freien Stücke zu heiraten ohne jede Zeremonie oder Zeugen (außer dem Austausch von Segnungen und der Nennung der Namen); und die so eingegangene Bindung war ebenso unauflösbar. In alten Tagen, in unruhigen Zeiten, auf der Flucht und im Exil und auf Wanderungen wurden solche Ehen häufig geschlossen.“
Leider erfährt man nicht mehr über die Ehebräuche der Hobbits, aber wir können sie uns sicher als ein langes Fest mit reichlich Essen, Trinken, Tanz und viel Spaß vorstellen.
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