Jun 18 2011

Profilbild von Findegil
Findegil

Erforschung: Die früheren Ringträger

Abgelegt 06:50 unter Erforschung

Wer also die Herrscher all dieser Zwergenvölker waren in der Zeit als Sauron die Ringe austeilte bis hin zu der Zeit als die Ringe von den Drachen vernichtet oder von Sauron zurück gewonnen wurden und wo sie wohnten ist vollkommen unbekannt. Ebenso wenig wissen wir von welchen der Völker Sauron die Ringe zurückgewann und wessen Ringe von Drachen vernichtet wurden. Einziger Hinweis könnte hier sein, dass wir nie von Drachen in Eriador hören (außer natürlich vom Grünen Drachen in Wasseraus), so dass man annehmen könnte, dass wenn die Herrscher der Feuerbärte und der Breithüften im Westen blieben, dass es ihre Ringe waren, die Sauron zurückgewann.
Nur von Durins Volk, den Langbärten, wissen wir mehr, auch im bezug auf die Ringträger [„Der Herr der Ringe – Anhänge“; Anhang A: „Annalen der Könige und Herrscher“; Kapitel III: „Durins Volk“]:
„Jahre später gab Thrór, der nun alt, arm und verzweifelt war seinem Sohn Thráin den einzigen großen Schatz, den er noch besaß, den letzten der Sieben Ringe, und dann ging er fort mit nur einem alten Gefährten mit Namen Nár. Über den Ring sagte er beim Abschied zu Thráin:
‚Dieses hier mag sich noch als die Grundlage eines neuen Wohlstands für dich erweisen, obwohl es unwahrscheinlich ist. Der Ring braucht Gold, um Gold zu hecken.’
‚Gewiss denkst du doch nicht daran, nach Erebor zurückzukehren?’ fragte Thráin.
‚Nicht in meinem Alter’, sagte Thrór. ‚Unsere Rache an Smaug überlasse ich dir und deinen Söhnen. Aber ich bin die Armut leid und die Verachtung der Menschen. Ich will sehen, was ich finden kann.’ Er sagte nicht, wohin er gehen wollte.
Er war vielleicht ein bisschen verrückt vor Alter und Unglück und langem Grübeln über den Glanz von Moria in den Tagen seiner Vorväter; oder es könnte sein, dass der Ring jetzt, da sein Herr wach war, einen unheilvollen Einfluss hatte, und ihn zu Torheit und Vernichtung trieb. …

… Doch wie Thrór gesagt hatte: der Ring brauchte Gold, um Gold zu hecken, und davon oder von irgendwelchen anderen Edelmetallen hatten sie wenig oder gar nichts.
Von diesem Ring kann hier einiges gesagt werden. Die Zwerge von Durins Volk glaubten er sei als erster der Sieben geschmiedet worden; und sie sagten er sei dem König von Khazad-dûm, Durin III., von den Elbenschmieden selbst und nicht von Sauron gegeben worden, obwohl dessen böse Macht zweifellos auf ihm lag, da er beim Schmieden von allen Sieben geholfen hatte. Aber die Besitzer des Rings zeigten ihn nicht und sprachen auch nicht von ihm, und selten gaben sie ihn weiter, ehe der Tod nahe war, so dass andere nicht genau wussten, wo er verwahrt wurde. Manche glaubten, er sei in Khazad-dûm geblieben, in den geheimen Grüften der Könige, wenn sie nicht entdeckt und geplündert worden waren; aber in der Sippe von Durins Erben wurde (fälschlich) angenommen, dass Thrór ihn getragen habe, als er unbesonnen dorthin zurückkehrte. Was dann aus ihm geworden sei, wussten sie nicht. Bei Azogs Leiche war er nicht gefunden worden.
Dennoch mag es sehr wohl sein, wie die Zwerge jetzt glauben, dass Sauron in seiner Arglist herausgefunden hatte, wer diesen Ring besaß, der letzte, der noch frei war, und dass das außergewöhnliche Missgeschick von Durins Erben weitgehend seiner Bosheit zuzuschreiben war. Denn es erwies sich, dass die Zwerge durch dieses Mittel nicht zu unterwerfen waren. Die einzige Macht, die der Ringe über sie besaß, bestand darin, dass er ihre Herzen mit einer Gier nach Gold und Kostbarkeiten erfüllte, so dass ihnen, wenn sie diese nicht hatten, alle anderen Dinge nutzlos erschienen und sie Zorn und Rachedurst gegen alle empfanden, die sei des Goldes beraubten. Aber von Anfang an war sie von einer Art, die sich höchst beharrlich jeder Beherrschung widersetzt. Sie konnten nicht zu bloßen Schatten erniedrigt werden, die einem anderen Willen hörig waren; und aus dem selben Grunde übte kein Ring insofern eine Wirkung auf ihr Leben aus, dass sie seinetwegen etwa länger oder kürzer lebten. Um so mehr hasste Sauron die Besitzer des Ringes und trachtet, sie seiner zu berauben.

Es lag daher vielleicht teilweise an der Bosheit der Ringes, dass Thráin nach einigen Jahren rastlos und unzufrieden wurde. Das Gelüst nach Gold ließ ihn nicht los. Schließlich, als er es nicht mehr länger ertragen konnte, richtete er seine Gedanken auf Erebor und beschloss, dorthin zurückzukehren. … Erst viel später erfuhr man, dass Thráin lebend ergriffen und in die Verliese von Dol Guldur gebracht worden war. Dort wurde er gefoltert, und der Ring wurde ihm abgenommen, und dort starb er schließlich.“

Dieser, der letzte der Sieben, ist also der einzige Zwergen-Ring bei dem wir wenigsten einige der Träger kennen: Er wurde Durin III. um das Jahr 1693 ZZ von den Elbenschmieden anvertraut und dann durch die lange Reihe seiner Erben bis zu Thráin II. weitergegeben. Eine Liste der Namentlich bekannten Könige von Durins Volk mit ihren Geburts- und Todesdaten findet sich in Anhang AIII.

Seiten: 1 2 3 4 5

Tolkiens-Welt.de TOP 10

Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

*