Mrz 22 2010
Die Geschichte Morias (Teil 1: Vom Anfang bis ins Zweite Zeitalter)
Der Handel der Zwerge
Dieses System entwickelte sich langsam und es dauerte lange bevor die Langbärte eine Veranlassung sahen die Sprache ihrer Nachbarn zu lernen, und noch weniger Namen anzunehmen durch die sie individuell identifiziert werden konnte von ‚Außenseitern’. Dieser Prozess begann nicht in Tausch und Handel, sondern im Krieg; denn die Langbärte hatten sich südwärts ausgedehnt, das Tal des Anduin hinunter und hatten ihren Hauptsitz und ihre Festung in Moria errichtet; und auch nach ostwärts zu den Eisenbergen, wo die Minen ihre Hauptquelle für Eisenerz waren. Sie betrachteten die Eisenberge, die Ered Mithrin und die östlichen Täler des Nebelgebirges als ihr eigenes Land. Aber sie wurden attackiert durch die Orks von Morgoth. Während des Kriegs der Juwelen und der Belagerung von Angband, als Morgoth all seine Kräfte brauchte, versiegten diese Attacken; aber als Morgoth fiel und Angband zerstört war, flohen Heerscharen von Orks ostwärts, neue Heimstätten suchend. Sie waren jetzt herrenlos und ohne irgendeine generelle Führung, aber sie waren gut bewaffnet und sehr zahlreich, grausam, wild und rücksichtslos beim Angriff. In den Schlachten die folgten waren die Zwerge in der Unterzahl, und auch wenn sie die meistgefürchtesten Krieger aller Sprechenden Völker waren, waren sie froh ein Bündnis mit den Menschen zu schließen. [Fußnote: Die Zwerge vermehrten sich langsam; aber Menschen in Wohlstand und Frieden sogar schneller als die Elben.]
Die Menschen mit denen sie so verbunden waren, waren zum größten Teil in Gattung und Sprache verwandt mit den großen und meist blonden Menschen aus dem ‚Haus von Hador’, den berühmtesten und zahlreichsten der Edain, die mit den Eldar verbündet waren im Krieg der Juwelen. Diese Menschen, scheint es, waren westwärts gewandert, bis sie dem Großen Grünwald gegenüberstanden, und dann hatten sie sich geteilt: einige den Anduin erreichend und von dort nordwärts ziehend das Tal aufwärts, einige zwischen dem Nordrand des Waldes und der Ered Mithrin entlang zeihend. Nur ein kleiner Teil von diesen Menschen, bereits zahlreich und in viele Stämme geteilt, war dann weiter gezogen nach Eriador und kam so zuletzt nach Beleriand. Sie waren ein tapferes und loyales Volk, ehrlichen Herzens, Hasser von Morgoth und seinen Dienern; und zuerst hatten sie die Zwerge misstrauisch betrachte, fürchtend, dass sie unter dem Schatten waren (wie sie sagten). [Fußnote: Denn sie waren anderen weit im Osten begegnet, die üble Absichten hegten.] Aber sie waren froh über das Bündnis, denn sie waren anfälliger für die Angriffe der Orks: sie lebten zum größten Teil in verstreuten Gehöften und Dörfern, und wenn sie zusammenzogen zu kleinen Städten waren sie schlecht verteidigt, im besten Falle durch Deiche und hölzerne Zäune. Außerdem waren sie leicht bewaffnet, zumeist mit Bögen, denn sie hatten wenig Metall und die wenigen Schmiede unter ihnen waren nicht sehr geschickt. Diese Dinge verbesserten die Zwerge im Gegenzug zu einem großen Dienst, den Menschen anbieten konnten. Sie waren Zähmer von Tieren und hatten gelernt Pferde zu beherrschen, und viele waren geschickte und furchtlose Reiter. [Fußnote: Kein Zwerge würde jemals freiwillig ein Pferd besteigen, noch hielt je einer irgendwelche Tiere, nicht einmal Hunde.] Diese würden oft weit hinaus reiten als Späher und die Bewegungen ihrer Feinde beobachteten; und wenn die Orks wagten sich im offenen Gelände für einen großen Raubzug zu versammeln, würden sie große Kräfte von berittenen Bogenschützen zusammenziehen, um sie einzukreisen und zu vernichten. In dieser Art kam das Bündnis der Zwerge und Menschen im Norden früh im Zweiten Zeitalter dazu große Kräfte zu kommandieren, schnell im Angriff und tapfer und gut geschützt in der Verteidigung, und dort wuchs in dieser Region zwischen den Zwergen und den Menschen Respekt und Wertschätzung und manchmal warme Freundschaft.
Es war zu jener Zeit, als die Zwerge verbunden waren mit den Menschen beides im Krieg und im Ordnen der Länder, die sie gesichert hatten, [Fußnote: Eine Zeit lang. Die Númenórer waren noch nicht an den Küsten von Mittelerde erschienen, und die Grundmauern von Barad-dûr waren noch nicht erbaut. Es war eine kurze Periode in den dunklen Annalen des Zweiten Zeitalters, doch für viele Menschen Leben kontrollierten die Langbärte die Ered Mithrin, Erebor, und die Eisenberge und die ganze östliche Seite des Nebelgebirges bis hin zu den Grenzen von Lórien; während die Nordmenschen in alle den angrenzenden Länder wohnten, so weit nach Süden bis zur großen Zwergenstraße, die den Wald durchschnitt (die Alte Waldstraße war ihr ruinöser Überrest im Dritten Zeitalter) und dann nach Nordosten lief zu den Eisenbergen.] dass die Langbärte die Sprach der Menschen übernahmen für die Kommunikation mit ihnen. Sie waren nicht abgeneigt ihre eigene Sprache den Menschen zu lehren, mit denen sie eine besondere Freundschaft pflegten, aber die Menschen fanden sie schwer und lernten nur langsam mehr als isolierte Worte, von denen sie viele anpassten und in ihre eigene Sprache aufnahmen. Aber in einem Punkt waren die Langbärte ebenso strikt verschwiegen wie alle anderen Zwerge. Aus Gründen die weder Elben noch Menschen jemals völlig verstanden, verrieten sie nie irgendwelche Namen von Personen an Leute von anderen Völkern, [Fußnote: Nur persönliche Namen von Individuen. Der Name ihres Volkes und die Namen ihrer Familien und ihrer Häuser verheimlichten sie nicht.] noch erlaubten sie später, als sie die Kunst des Schreibens erworben hatten, dass sie jemals eingraviert oder geschrieben wurden. Deshalb nahmen sie Namen in menschlicher Form an, bei denen sie unterschieden werden konnten durch ihren Verbündeten. [Fußnote: Entweder tatsächlich menschliche Namen, die unter den Nordmenschen in Gebrauch waren, oder Namen in gleicher Art erstellt aus Elementen in der menschlichen Sprache, oder Namen ohne Bedeutung, die aus Lauten die von den Menschen gebraucht wurden, in einer für ihre Sprache natürlichen Art zusammengefügt.] Diese Gewohnheit hielt sich bei den Langbärten bis ins Vierte Zeitalter und über den Blick dieser Geschichten hinaus. Es scheint so, dass sie mit Menschen sprechend, mit denen sie eng befreundet waren, und zusammen über die Geschichte und die Traditionen ihrer Völker redeten, den Zwergen deren man sich in ihren Annalen lange vor dem Treffen zwischen Zwergen und Menschen erinnerte ähnliche Namen gaben. Aber von diesen uralten Tagen war im Dritten Zeitalter nur ein Name erhalten: Durin, der Name den sie dem ersten Vorfahren der Langbärte gaben, bei dem er Elben und Menschen bekannt war. (Es scheint einfach ein Wort für ‚König’ gewesen zu sein, in der Sprache der Nordmenschen des Zweiten Zeitalters.) Andere Namen der Langbärte sind nicht bekannt weiter zurückreichend als der Ruin von Moria (Khazad-dûm), Drittes Zeitalter 1980; aber sie sind alle von gleicher Art, also in einer seit langem ‚toten’ Sprache der Menschen.
Dies kann nur erklärt werden, wenn man annimmt, dass diese Namen aus dem frühen Zweiten Zeitalter von den Zwergen angenommen wurden und mit ebenso wenigen Veränderungen erhalten wurden, wie ihre eigene Sprache, und weiterhin vergeben wurden (und oftmals wiederholt) für so etwa viertausend Jahre oder mehr, seit das Bündnis zerstört wurde durch die Macht Saurons! So wurden sie bald für spätere Menschen spezielle zwergische Namen, [Fußnote: In gewisser Weise ähnlich wie die ‚Runen’ von elbischer Herkunft im Dritten Zeitalter von den Menschen als zwergische Art des Schreibens angesehen wurde.] und die Langbärte erwarben ein Vokabular von traditionellen Namen ihnen eigenen, während sie ihre wahren ‚inneren’ Namen vollständig geheim hielten.“
Ähnlicher Beitrag:
Ein Kommentar


[...] ersten Teil haben wir uns mit der Geschichte Morias vom Anbeginn bis ins Zweite Zeitalter befasst. Hier nun, was wir zur weiteren Geschichte fanden [„The History of Middle-Earth“; [...]