Sep 24 2011

Profilbild von Findegil
Findegil

Erforschung: Die grauen Anfurten

Abgelegt 06:00 unter Erforschung

In Lindon lebten weiterhin neben Círdan auch noch Galadriel und Celeborn. Und von diesen heißt es [„Nachrichten aus Mittelerde“; Teil 2: „Das Zweite Zeitalter“; Kapitel IV: „Die Geschichte von Galadriel und Celeborn und von Amroth, König von Lórien“]:

Zweimal kehrten Celeborn und Galadriel vor dem Letzten Bund und dem Ende des Zweiten Zeitalters nach Lórien zurück; und im Dritten Zeitalter, als der Schatten des wieder erstarkten Sauron sich erhob, wohnten sie wiederum lange Zeit dort. In ihrer Klugheit erkannte Galadriel, dass Lórien in dem Krieg, der unvermeidlich kommen musste, bevor der Schatten erneut besiegt war (wenn dies möglich war), eine Festung und ein Ort der Macht sein würde, um ihn von der Überquerung des Anduin abzuhalten. Doch dazu bedurfte es einer Regierung von größerer Strenge und Klugheit als die Waldleute sie besaßen. Gleichwohl kam es erst nach dem Unheil in Moria dazu, dass Galadriel und Celeborn sich ständig in Lórien niederließen und die Regierung in die Hand nahmen: Aus Gründen, die Galadriel nicht vorhersehen konnte, kam Saurons Macht tatsächlich über den Anduin, und Lórien war in großer Gefahr, sein König war tot, sein Volk auf der Flucht und im Begriff, sein Land entvölkert zurückzulassen, so dass es von den Orks besetzt werden konnte. Doch sie ließen sich weder König noch Königin nennen und waren die Hüter, die das Land am Ende unversehrt durch den Krieg um den Ring führten.

Vor dem Krieg um den Ring aber gab es einen langen Überlebenskampf des nördlichen Königreiches in den sich auch manches Mal Círdan und die Elben von Lindon einmischten [„Der Herr der Ringe“; „Anhänge“; Anhang A: „Annalen der Könige und Herrscher“; Kapitel I: „Die númenórischen Könige“; Abschnitt 3: „Eriador, Arnor und Isildurs Erben“ und Abschnitt 4: „Gondor und Anárions Erben“]:

In Arthedain hatte eben Malvegil die Herrschaft angetreten, als sich das Unglück für Arnor anbahnte. Denn zu dieser Zeit [ca. 1300 DZ] erwuchs in Norden jenseits der Ettenöden das Reich von Angmar. Es erstreckte sich beiderseits des Nebelgebirges, und dort sammelten sich allerlei menschliches Gelichter Orks und andere Unwesen. (den Herrscher über dieses Land nannte man den Hexenkönig, und erst später wurde bekannt, dass er niemand anders als der oberste der Ringgeister und mit der Absicht in den Norden gekommen war, die Dúnedain zu vernichten, wozu ihre Uneinigkeit gute Aussichten bot, während Gondor noch stark war.)
Zur Zeit von Malvegils Sohn Argeleb erhoben die Könige von Arthedain von neuem Anspruch auf die Herrschaft über ganz Arnor, da in den anderen Reichen keine Nachkommen Isildurs mehr lebten. Rhudaur wies den Anspruch zurück. Dort gab es nur noch wenige Dúnedain, und ein böser Fürst der Bergmenschen, der insgeheim mit Angmar im Bunde stand, hatte die Macht an sich gerissen. Argeleb befestigte daher die Wetterberge; doch er fiel im Krieg gegen Rhudaur und Angmar [1356 DZ].
Argelebs Sohn Arveleg konnte mit Hilfe aus Cardolan und Lindon die Feinde von den Bergen vertreiben; und dann verteidigten Arthedain und Cardolan viele Jahre lang eine Grenze längs der Wetterberge, der Großen Straße und des unteren Weißquells. Es heißt, in dieser Zeit sei Bruchtal belagert worden.
1409 kam ein großes Heer aus Angmar, drang über den Fluss nach Cardolan hinein und umzingelte die Wetterspitze. Die Dúnedain wurden besiegt, und Arveleg fiel. Der Turm auf dem Amon Sûl wurde niedergebrannt und geschleift; doch der Palantir wurde beim Rückzug gerettet und nach Fornost gebracht. Rhudaur wurde nun ganz von den üblen, Angmar ergebenen Menschen besetzt, und die dort noch verbliebenen Dúnedain wurden getötet, oder sie flohen nach Westen. Cardolan wurde verwüstet. Arvelegs Sohn Araphor war noch nicht erwachsen, aber ein tapferer Fürst, und mit Círdans Hilfe konnte er die Feinde von Fornost und den Nordhöhen zurückschlagen. Ein Rest der Getreuen unter den Dúnedain von Cardolan hielt sich außerdem noch in den Tyrn Gorthad (den Hügelgräberhöhen) oder fand Zuflucht in dem Wald dahinter.
Es heißt, eine Zeit lang sei Angmar von dem Elbenvolk aus Lindon in Schach gehalten worden; und auch Bruchtal leistet Hilfe, denn Elrond holte über die Berge Elben aus Lórien heran. …

1974 hatte Angmars Macht wieder zugenommen, und der Hexenkönig fiel über Arthedain her, ehe noch der Winter vorüber war. Er eroberte Fornost und vertrieb den größten Teil der überlebenden Dúnedain über den Lhûn, unter ihnen die Söhne des Königs. König Arvedui selbst aber hielt auf den Nordhöhen bis zuletzt stand und floh dann mit einigen Leibwächtern nach Norden. Dank der Schnelligkeit ihrer Pferde entkamen sie.
Eine Zeit lang hielt sich Arvedui in den Stollen der alten Zwergenminen am Nordende des Gebirges verborgen, doch schließlich trieb ihn der Hunger, die Lossoth um Hilfe zu bitten, die Schneemenschen von Forochel. {Fußnote zum Text: Dies ist ein merkwürdiges, unfreundliches Volk, ein Überrest der Forodwaith, der Menschen aus ferner Zeit, die sich an die bittere Kälte in Morgoths Reich gewöhnt hatten. Noch immer ist es in dieser Gegend eiskalt, obwohl sie kaum kehr als hundert Wegstunden nördlich vom Auenland liegt. Die Lossoth wohnen im Schnee; es heißt, sie können mit Knochen an den Füßen übers Eis laufen und hätten Wagen ohne Räder. Zumeist leben sie, für ihre Feinde unerreichbar, auf dem großen Kap Forochel, das die gewaltige Meeresbucht gleichen Namens nach Nordwesten abschirmt; aber oft lagern sie auch an den Südufern der Bucht, am Fuß des Gebirges.} Einige von ihnen traf er in einem Lager am Meeresufer; aber sie halfen dem König nicht gern, denn er hatte ihnen nichts zu bieten außer ein paar Edelsteinen, denen sie keinen Wert beimaßen. Außerdem fürchteten sie den Hexenkönig, der (wie sie sagten) nach Belieben Frost oder Tauwetter machen konnte. Doch teils aus Mitleid mit dem halb verhungerten König und seinen Männern, teils aus Furcht vor ihren Waffen gaben sie ihnen ein wenig zu essen und bauten ihnen Schneehütten. Dort konnte Arvedui nur warten und auf Hilfe von Süden hoffen, denn seine Pferde waren umgekommen.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Tolkiens-Welt.de TOP 10

Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

*