Sep 24 2011

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Erforschung: Die grauen Anfurten

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Neun Schiffe waren es: vier für Elendil, für Isildur drei und für Anárion zwei; und sie flohen vor dem schwarzen Sturm aus dem Zwielicht des Verhängnisses in das Dunkel der Welt. Und unter ihnen türmten sich im Zorn die Tiefen, und Wellen gleich Bergen mit großen Hauben von schäumendem Schnee trugen sie empor zwischen die zerfetzten Wolken und schleuderten sie, nach vielen Tagen, an die Gestade von Mittelerde. Und alle Küsten und küstennahen Gebiete der westlichen Welt erlitten zu jener Zeit viel Wandel und Vernichtung; denn das Meer drang in die Länder ein, Küsten zerbrachen, alte Inseln versanken, und neue Inseln stiegen auf; und Berge fielen zusammen, und Flüsse nahmen einen fremden Lauf.

Elendil warfen die Wellen in Lindon an Land, und Gil-galad nahm ihn freundlich auf. Dann wanderte er den Fluss Lhûn aufwärts, und jenseits der Ered Luin gründete er sein Reich, und sein Volk lebte an vielen Orten in Eriador, an den Ufern des Nenuial-Sees. …

Es heißt, die Türme der Emyn Beriad seien nicht von den Flüchtlingen aus Númenor selbst, sondern von Gil-galad für seinen Freund Elendil erbaut worden; und der Sehende Stein der Emyn Beriad wurde im Elostirion verwahrt, dem höchsten der Türme. Dorthin pflegte Elendil sich zurückzuziehen, und von dort starrte er hinaus auf das Scheidemeer, wenn das Heimweh über ihn kam; und manche glauben, zuweilen habe er so bis zum fernen Turm von Avallóne gesehen, wo der Meisterstein stand und noch immer steht. …

Zwischen diesen beiden Freunden wurde dann auch nach Saurons Angriff auf Gondor das Letzte Bündnis zwischen Elben und Menschen geschlossen [eben dort]:

Nun berieten sich Elendil und Gil-galad, denn sie erkannten, dass Sauron zu stark werden und alle seine Feinde, einen nach dem andern, besiegen würde, wenn sie sich nicht gegen ihn einten. Also schlossen sie ein Bündnis, welches der Letzte Bund genannt wurde, und sie zogen gen Osten nach Mittelerde hinein, …

Der folgende Krieg fand weitentfernt von Lindon und Mithlond statt, aber er hatte erhebliche Folgen für das Land am Meer, denn Gil-galad kehrte nicht aus dem Krieg zurück und mit ihm starb der letzte König der Noldor in Mittelerde. Aber das Reich und der Hafen bestanden weiter [eben dort]:

In Eriador war Imladris der Hauptsitz der Hoch-Elben; doch auch bei den Grauen Anfurten von Lindon wohnten Überreste des Volkes von Gil-galad, dem Elbenkönig. Bisweilen wanderten sie in die Länder von Eriador hinein, meist aber hielten sie sich nahe an den Meeresküsten, wo sie die Elbenschiffe bauten und fahrbereit heilten, auf denen jene unter den Erstgeborenen, welche die Welt leid geworden waren, sich nach dem äußersten Westen aufmachten. Círdan der Schiffbauer war der Herr der Anfurten, ein Weiser unter den Weisen.

Die ersten Jahre des Dritten Zeitalters waren recht ereignisarm. Wir erfahren nur [„Der Herr der Ringe“; „Anhänge“; Anhang B: „Zeittafel: Die Jahre der Westlande“; „Das Dritte Zeitalter“]:

Nach etwa tausend Jahren, als der erste Schatten auf den Großen Grünwald gefallen war, erscheinen die Istari oder Zauberer in Mittelerde.

Aber es war zunächst nicht vielen bewusst wer sei waren [„Nachrichten aus Mittelerde“; Teil 4; Kapitel II: „Die Istari“]:

Doch dies [die Behauptung sie seinen Elben] traf nicht auf sie [die Istari] zu. Denn sie waren aus dem Äußersten Westen über das Meer gekommen; obwohl lange Zeit nur Círdan darüber Bescheid wusste, Hüter des Dritten Ringes, Herr der Grauen Anfurten, der ihre Landung an den westlichen Küsten sah. …

… Der erste der kam, war ein Mann, vornehm in Haltung und Gebaren, mit rabenschwarzem Haar, einer schönen Stimme, und er war in Weiß gekleidet; er besaß große handwerkliche Fähigkeiten, und er wurde von beinahe allen, selbst von den Eldar, als der Oberhaupt des Ordens angesehen. Es gab dort auch andere: zwei, meerblau und einer erdfarben gekleidet; und zuletzt kam einer, der der geringste von allen zu sein schien: kleiner als die übrigen und älter aussehend, grauhaarig und grau gekleidet und auf einen Stab gestützt. Doch seit ihrem ersten Treffen bei den Grauen Anfurten erkannte Círdan in ihm den bedeutendsten und klügsten Geist; und er hieß ihn ehrerbietig willkommen, und er gab den Dritten Ring, Narya den Roten, in seine Obhut.
‚Denn’, sagte er, ‚vor Euch liegen große Mühen und Gefahren, und damit sich Eure Aufgabe nicht als zu gewaltig und mühselig erweise, nehmt diesen Ring zu Eurem Beistand und Trost. Er wurde mir nur anvertraut, um ihn versteckt zu halten, und hier an den Westküsten ist dies müßig; doch ich schätze, dass in den Tagen, die bald kommen werden, er sich in edleren Händen als den meinen befinden sollte, die ihn dazu benutzen mögen, in allen Herzen den Mut zu entflammen.’ Und der Graue Bote nahm den Ring und hielt ihn immer verborgen; doch der Weiße Bote (der darin geschickt war, alle Geheimnisse zu enthüllen) erhielt nach einiger Zeit Kenntnis von diesem Geschenk und neidete es ihm, und dies war der Anfang des verborgenen Grolls, den er gegen den Grauen hegte und der später offenbar wurde.

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