Feb 10 2012
Der Ursprung der Hobbits
Der Hobbit-Zweiteiler von Peter Jackson steht kurz bevor und man glaubt einiges über den Hauptprotagonisten Bilbo Beutlin (Martin Freeman) zu wissen. Aber die freundlichen Hobbits stecken immer noch voller Geheimnisse. Woher kommen sie eigentlich? Hat sie Iluvatar erschaffen?
Als Grundlage lässt sich feststellen, dass die Hobbit die Wesen in Mittelerde sind, die dem heutigen Menschen am ähnlichsten sind. Diese Meinung vertritt auch JRR Tolkien, wie in einem seiner Briefe nachgelesen werden kann [„JRR Tolkien – Briefe“; Nr. 131]:
Inmitten dieses Zeitalters treten die Hobbits auf. Ihre Herkunft ist unbekannt (sogar ihnen selbst)*, denn von den großen oder zivilisierten Völkern mit geschichtlichen Aufzeichnungen wurden sie gar nicht bemerkt; und sie selbst kannten keine Aufzeichnungen, sondern nur vage mündliche Überlieferungen, bis sie auf der Flucht vor dem Schatten nach Westen gewandert und mit den letzten Überbleibseln des Königreichs Arnor in Berührung gekommen waren.
* Fußnote: Die Hobbits sollen natürlich eine besondere Menschen-Art sein (nicht Elben oder Zwerge) – daher können sie auch mit anderen Menschen zusammenleben (wie in Bree) und werden dann einfach die Kleinen genannt, im Unterschied zu den Großen. Sie besitzen keinerlei nichtmenschliche Kräfte, werden aber als ‚der Natur’ näher dargestellt (d.H. der Erde und dem, was auf ihr lebt, den Pflanzen und Tieren) und sind in einem für menschliche Wesen abnormen Maße frei von Ehrgeiz oder besitzstrebend. Klein sind sie (von kaum mehr als der halben menschlichen Größe, aber noch schrumpfend im Lauf der Jahre) teils, um den Menschen in seiner Beschränktheit vorzustellen – schlichte, wenig phantasiebegabte Provinzbewohner, aber weder so klein noch so bösartig wie Swifts Liliputaner -, und vor allem, um an den Mut gewöhnlicher Menschen zu zeigen, die ‚in der Klemme’ sind.
Und zum Namen schrieb er dann noch [eben dort; Nr. 319]
Das Ox. E. D. [Oxford English Dicionary] ist bei der Vorbereitung seines zweiten Ergänzungsbandes zu Hobbit, das es nebst seinen Abkömmlingen hobbitry, hobbitish etc. aufnehmen will. Ich habe daher meinen Anspruch vertreten müssen, das Wort erfunden zu haben. Mein Anspruch beruht eigentlich nur auf meinem ‚nackten Ehrenwort’ oder der unbestätigten Versicherung, dass ich mich an den Augenblick seiner Erfindung (durch mich) erinnere; dass ich damals keinerlei Kenntnis von Hobberdy, Hobbaty, Hobberdy Dick etc. (für ‚Haus-Kobolde’) hatte; und dass meine ‚Hobbits’ jedenfalls von völlig verschiedener Art waren, eine sehr kleine Nebenlinie der menschlichen Gattung. …
Nun, damit sollte doch schon mal ein Teil der Frage beantwortet sein. Die Hobbits sind eine Unterart der Menschen und damit Kinder Ilúvatars. Und was Hobbits über ihre Herkunft wissen, das hatte Bilbo in dem Prolog der Fortsetzung von seinem Buch niedergeschrieben. [„Der Herr der Ringe“; „Prolog“; Abschnitt 1: „Über Hobbits“]:
… Von ihrer ursprünglichen Heimat hatten die Hobbits in Bilbos Tagen keine Kenntnis mehr. … Ihre eigenen Aufzeichnungen begannen erst mit der Besiedlung des Auenlands, und ihre ältesten Legenden reichten nicht weiter zurück als bis zu ihren Wanderungstagen. Dennoch lassen diese Legenden wie auch ihre eigentümlichen Wörter und Bräuche klar erkennen, dass wie so manch anderes Volk auch die Hobbits in der weit zurückliegenden Vergangenheit nach Westen gezogen waren. In ihren ältesten Erzählungen finden sich Andeutungen, dass sie einst in den oberen Tälern des Anduin gehaust haben mussten, zwischen den Ausläufern des Großen Grünwalds und dem Nebelgebirge. Die Gründe, warum sie später das schwierige und gefährliche Wagnis unternahmen, über das Gebirge nach Eriador zu ziehen, sind nicht mehr bekannt. Ihre eigenen Berichte erwähnen, dass sich die Menschen vermehrt hätten und ein Schatten auf den Wald gefallen sei, so dass er sich verdüsterte, und sein neuer Name war Düsterwald.
Schon vor dem Zug über die Berge hatte es drei recht unterschiedliche Hobbitstämme gegeben: Harfüße, Starren und Falbhäute. Die Harfüße hatten eine braune Haut, waren schmächtiger und kleiner, bartlos und barfuss; ihre Hände und Füße waren flink und behände; und sie bevorzugten Hochebenen und Berghänge. Die Starren waren derber und von stärkerem Körperbau; ihre Füße und Hände waren kräftiger, und sie zogen flaches Land und Flussufer vor. Die Falbhäute hatten eine hellere Haut und auch helleres Haar, und sie waren größer und schlanker als die anderen, sie liebten Bäume und Waldgebiete.
Die Harfüsse hatten eine Zeitlang Umgang mit Zwergen gehabt und lange in den Vorbergen der Gebirge gelebt. Sie zogen früh nach Westen und wanderten durch Eriador bis zur Wetterspitze, während die anderen noch in Wilderlande geblieben waren. Sie waren de ursprünglichste und ausgeprägteste Hobbitschlag und der bei weitem zahlreichste. Bei ihnen war der Drang, sesshaft zu werden, am stärksten, und sie blieben am längsten dem Brauch ihrer Vorfahren treu, in Stollen und Höhlen zu leben.
Die Starren heilten sich lange an den Ufern des Großen Flusses Anduin auf und hatten weniger Scheu vor den Menschen. Sie kamen später als die Harfüsse nach Westen und folgten dem Lauf der Lautwasser nach Süden; und viele von ihnen wohnten lange dort zwischen Tharbad und den Grenzen von Dunland, ehe sie wieder nach Norden zogen.
Die Falbhäute, an Zahl die geringsten, waren ein nördlicher Stamm. Sie hatten ein freundschaftlicheres Verhältnis zu den Elben als die anderen Hobbits und mehr Begabung für Sprache und Gesang als für ein Handwerk; und von alters her zogen sie die Jagd dem Ackerbau vor. Sie überschritten die Berge nördlich von Bruchtal und folgten dem Fluss Weißquell. In Eriador vermischten sie sich bald mit den anderen Stämmen, die vor ihnen gekommen waren, aber da sie ein wenig kühner und verwegener waren, fand man sie häufig als Führer oder Häuptlinge von Harfuß- oder Starrensippen. Selbst zu Bilbos Zeit konnte man noch den starken Einschlag der Falbhäute bei den vornehmen Familien wie den Tuks oder den Herrn von Bockland feststellen.
Nur von den Starren erfahren wir genauer wo sie wohnten [„Der Herr der Ringe“; Band I: „Die Gefährten“; Buch 1; Kapitel 2: „Der Schatten der Vergangenheit“]:
Sehr viel später, aber immer noch vor langer Zeit. Lebte an den Ufern des Großen Stroms am Rande von Wilderland ein flinkhändiges und sachtfüßiges kleines Volk. Ich vermute sie waren vom Hobbitschlag; verwandt mit den Vorvätern der Starren, denn sie liebten den Strom und schwammen oft darin oder machten sich kleine Boote aus Schlifrohr. …
… Einmal nahmen sie eine Boot und fuhren hinunter zu den Schwertelfeldern, wo Schwertlilien wuchsen und blühendes Schilf. …
Und da die Starren die südlichsten der Hobbits waren lebten die Hobbits offenbar alle nördlich der Schwertelfelder. Wohl so bis hinauf zu Carrock, weil die Falbhäute überquerten das Nebelgebirge ja nördlich von Bruchtal.
Wann die Hobbits ins Anduin-Tal gewandert sind und von wo sie kamen, konnten wir nicht herausfinden. Aber wir stellen folgende Mutmaßungen darüber an: So weit wir wissen, erwachten alle Menschen im Osten von Mittelerde. Man darf annehmen, dass das auch für die Hobbits galt. Da sie also später weiter im Westen lebten, könnten sie aus dem Osten ins Anduin-Tal gewandert sein.
Leider können wir euch nicht mehr über den Ursprung der Hobbits mitteilen, hoffen aber, dass die Antwort euch zufrieden stellt.
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