Forum | Tolkiens Werk keine Kunst?

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BenutzerBeitrag

07:52
18. März 2010


Jardis

 in Forum
Moderator

Beiträge 2

10:56
22. März 2010


Guindoriel

 in Forum
Admin

Beiträge 41

Ist ja ne krasse Einstellung – Überhaupt ist es imho etwas anmaßend, _irgendetwas_ als "keine Kunst" zu bezeichnen.

20:45
24. März 2010


Hamfast

 in Forum
Member

Beiträge 18

Ist es denn wichtig, ob Tolkiens Werk der XY-Definition von Kunst entspricht? Oder ob ein namhafter Herr Kritiker sich hier und da aus dem Fenster lehnt und einen wie auch immer gewagten Spruch kundtut?


Ich hab damals in der elften Klasse eine aufwendige Computergrafik erstellt und sie meinem Lehrer gezeigt. Er sagte, das wäre keine Kunst, was ich da gemacht hätte. Viele meiner Klassenkameraden und auch ich waren empört über seine These. Er sagte dann, daß es frühestens dann zur Kunst würde, wenn ich eine ganze Serie zu diesem Thema erstellen würde. — Ich hatte sogar Lust dazu und hab die Grafik vielfach variiert und ausgedruckt und hab es als eine freiwillige Zusatzarbeit abgegeben. Im Jahreszeugnis tauchte dann eine Eins auf, die durch die normalen Klassenarbeiten nicht zu rechtfertigen war und die Grafiken zierten danach viele Monate lang eine Wand im Schulgebäude, sowie einige Seiten des Jahrbuchs der Schule.

Damals empfand mein Lehrer, er hat übrigens neben dem Lehramt auch einen "Namen" als Künstler, wohl als Kunst, daß ich die Grafiken in variierender Serie erstellt hatte. Ich fühlte mich geehrt. Heute habe ich das Gefühl, daß ein Mathematiker meine Bilderserie genausogut ganz nüchtern einen "Katalog" oder eine "Aufzählung" nennen würde. Das heißt nicht, daß der Mensch im Mathematiker damit dem Prädikat "das ist Kunst" widersprechen würde. Es heißt nur, daß diesen Bildern alle aus strengen Regeln, großer Regelmäßigkeit und relativ geringer "Schöpfungsidee" entstanden.


Professor Tolkien, um den es in diesem Forum geht, hat sich, so wie mein Lehrer es für Kunst fordert, nicht nur in einer einzigen Momentaufnahme, sondern über lange Zeit hinweg mit dem Thema Mittelerde befaßt. Er hat es erschaffen, ihm Leben eingehaucht in Form von Gestalten, Orten und deren Geschichten. Er hat ihm eine Historie gegeben. Eigentlich wollte er nur seiner künstlich erdachten (Elben) Sprache einen Rahmen geben, wollte seiner Langeweile bei der Korrektur einer studentischen Arbeit Ausdruck verleihen ("In a hole in the ground lived a hobbit"), wollte verwinden, was er im Krieg erlebt hat, wollte seinen Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen ("There And Back Again"), wollte denen, die nach dem Sequel schrien genüge tun ("Lord Of The Rings"). Und dabei hat er in jedem Fall in einem stetigen Prozess an seinem Mittelerde gearbeitet.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, was Kunst ist. Es ist mir auch gleichgültig, wie die Definition lautet. Aber meinem alten Lehrer hätte dieses fortwährende Arbeiten an Mittelerde, ein kontinuierlcihes Schaffen aus einer oder vielen ursprünglichen Ideen heraus, das Tolkien betrieb, vielleicht prima gefallen. Besser als ein einzelnes wunderschön gemaltes Bild. So wie


… in a hole in the ground lived a hobbit.


mfG,

Hamfast, Erst-Etagen-Bewohner.

21:40
24. März 2010


Hamfast

 in Forum
Member

Beiträge 18

Er hätte sich viel eher auf aktuelle Filme wie "Avatar" oder "The Dark Knight" bezogen.

Das ist so derbe, wenn jemand so frustriert ist, daß er anderen ihre Erfolge nicht gönnt und dadurch ins Rampenlicht zu kommen versucht, weil dritte wahrnehmen, wie er den erfolgreichen ans Schienbein tritt. Der arme Tropf. </Mitleid Ende>


"Avatar" und "The Dark Knight" haben in meinen Augen nicht wirklich viel mehr gemeinsam als: beide Filme schlagen, gemeinsam mit nur zwei weiteren Filmen, in den Billboard-Charts jeweils mit über einer Milliarde US-Dollar Umsatz zu Buche.

"Avatar" gelingt es immerhin -mehr Lob habe ich für den Film nicht- eine vollständige, detailreich gemalte Fantasie-Welt grafisch ins (insgesamt ziemlich blaue/grüne) Bild zu setzen. Der Film ist für mich eher Handwerk. In diesem allerdings setzt er Maßstäbe. Auch wenn ein drei Stunden lang strapaziertes Sitzfleisch für mich ein etwas zu hoher Preis waren, um mir diese darbieten zu lassen.

"The Dark Knight" ist für mich fest verbunden mit der Leistung ganz besonders eines Menschen, Heath Ledger. Weil er einige seiner Rollen auf der Leinwand lebte wie ich es sonst kaum kenne. Vor seinem Joker hatte ich regelrecht Angst, so gut war er! Ich hab mir mal extra den Film mit Jack Nicholson als Joker angekuckt… nur um des Unterschied gewahr zu werden. Und Jack Nicholson ist, finde ich, in seinen Rollen auf der Leinwand viel mehr präsent/lebendig als andere. Es zeichnet ihn sogar vor vielen anderen aus. Und doch ist Nicholson im Vergleich zu Ledger nicht nur Opfer eines miesen Drehbuchs, sondern entartet zur platten Witzfigur.

Ich hab immer noch keine Ahnung, wie man Kunst definiert und es ist mir immer noch egal. Aber, der Schauspieler Heath Ledger war in meinen Augen ein Künstler. Und "The Dark Knight" lebt -ja genau, das: lebt- durch den Funken, den der Joker ihm eingehaucht hat. Abgesehen davon erzählt er als (in meinen Augen zweite gute Batman-Film nach "Batman Begins") die bittere Geschichte von Wut und Rache weiter und den Preis, den Menschen für ihre Schwäche zahlen, die diesen Weg gehen: den Verlust ihrer selbst.

Jetzt mal weg von Tolkien, hin zum Jackson-Film, der "Lord Of The Rings" heißt. Nehm ich mir das trotz jeder Anstrengung konturlose Gesicht von Frodo und einen Elrond, der bis heute den Weltrekord im doof aus der Wäsche kucken hält… dieser Film hat Stärken (handwerkliche: Kulisse und Licht) und auch starke Besetzungen (Eowyn und Sméagol), aber er gibt sich viele Blößen und es gibt viele Punkte, an ihm Kritik anzusetzen. Leider ist der Thread "ich komm grad aus dem Kino raus" der nach der Premiere von "Fellowship Of The Ring" in diesem Forum hier, in dem er entstand, nicht mehr vorhanden: Der war dem Film nicht durchweg wohlgesonnen. Es hagelte Kritik!


Ehrlich gesagt: dazu brauch ich keinen namhaften Herrn Kritiker. Weil ich eigentlich dem seine Stempel "das hier ist Kunst" und "das hier ist keine Kunst" nicht brauche. Ich bin sogar faul genug, um mir nicht mal seinen Namen zu merken.


Schubladendenken – Blödsinn mit Methode  (Wise Guys)


mfG,

Hamfast, grünhaarig, weiß geschminkt, rot belippt und lila berockt.

10:42
25. März 2010


Guindoriel

 in Forum
Admin

Beiträge 41

Hah, da haben wir was gemeinsam. Ich hatte es tatsächlich genau wie Du erlebt, damals in der Schule. Auch mit dem Computer, und erst nach der Serie kam die Eins. Erstaunlich…

Wir wollen die alten Foren-Themen wieder ins Forum reinbekommen, hängen aber gerade an den Benutzern. Die ja so nicht in diesem Forum registriert sind… Alle zu übertragen ist manuell zu zeitaufwendig.

"The Dark Knight" war – genau wegen Ledger – ein toller Film. "Avatar" hatte viele Stärken. Auch die Verfilmung vom HdR war super.

Für mich sind Dinge schon dann Kunst, wenn sie etwas "ungewöhnliches" im Betrachter auslösen. Graffiti war z.b. in den 80ern Kunst, jetzt aber i.d.R. nicht mehr. Von allen drei Verfilmungen – also Badman, Blaumännern und HdR – trifft meine Definition zu…

18:04
1. Juli 2010


BeJey

 in Forum
New Member

Beiträge 2

Ich kenne mich nicht aus mit all den Definitionen, Grundregeln und anderem Zeugs zur KUNST. Aber bei all diesen Behauptungen fällt mir irgendwie langsam auf, das manche Leute in unserer wunderschönen realen Welt eins nie kapieren: Ohne unsere Fantasie, ohne diese wunderbare Eigenschaft des Menschlichen Organismuses, GÄBE es gar keine Kunst. Kunst ist für mich jedes Bild, was mit Freude und Herzensblut gemalt wurde; jeder Film, für dessen Entstehung Menschen leidenschaftlich auf ihr Ziel zugearbeitet haben und jedes Schriftwerk, das aus Menschlichen Gefühlen und Fantasien herraus erblüht und durch des Schreibers Hand geschaffen wurde. Und leute -es kann mir keiner sagen, das (Proffessoooor) John Ronald Reuel Tolkien auch nur eine dieser wahren Eigenschaften der Kunst verfehlt, ausgelassen oder vernachlässigt hat.  Thank you for your fantastic ART, Tolkien!!!    ER war ein Künstler…            

Meriadoc, nicht blondiertSf-wink in Forum

00:24
5. August 2010


Bobbit

Wendelstein b. Nürnberg

 in Forum
New Member

Beiträge 2

Ja, für MICH ist Tolkien Kunst!

(genauso wie der FC St. Pauli tollen Fußball spielt!)


Das ist immer eine Frage der eigenen Einschätzung.

Es gibt keine endgültige Defintion für Kunst (und auch nicht für guten Fußball)!

Ich habe fertig Sf-wink in Forum


Ich kenne die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!

13:19
26. März 2011


Arwin

 in Forum
New Member

Beiträge 2

ich finde es ist höchst erachtenswert was dieser mann erfunden hat.

auch solche ideen muss man erst mal kommen Sf-smile in Forum

22:35
25. November 2011


gilhen

 in Forum
New Member

Beiträge 2

wie sagt der volksmund so schön und treffend

       "Kunst liegt im Auge des Betrachters"

……es wird immer kritiker geben die ein "Kunstwerk" in den höchsten tönen loben und die gegenfraktion die das selbe als "schund" verteufelt…

wichtiger ist doch das tolkien etwas gemacht hat was ihn mit freude erfüllt hat und diese freude an uns weitergegeben hat….thx for hours of reading and dreaming!!!!!!

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