Feb 20 2012

Profilbild von Zafug
Zafug

Der Hobbit – ein guter Film oder eine mittelmäßige Tolkien Adaption?

Abgelegt 15:58 unter Hobbit

Hobbit-Tabledance-Rothfuss-150x150 in Der Hobbit - ein guter Film oder eine mittelmäßige Tolkien Adaption?

So sollte kein Hobbit jemals enden (c) Rothfuss

Erinnert ihr euch noch, als wir über die erste Hobbit Verfilmung 1966 (damals als Zeichentrickfilm) berichteten ?

Patrick Rothfuss setzt in seinem Blog an eben dieser Stelle an, um dann zu seiner Kritik an der Hobbit Verfilmung zu kommen. Dabei führt er einige sehr interessante Argumente ins Feld, die wir euch hier nicht vorenthalten wollen. Sicherlich gibt es viele Hobbit Fans denen es ähnlich geht. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen darüber zu diskutieren.

Patrick-Rothfuss-150x150 in Der Hobbit - ein guter Film oder eine mittelmäßige Tolkien Adaption?

Der Name des Windes von Patrick Rothfuss (c) Klett-Cotta

Viele werden Patrick Rothfuss kennen, er ist der Autor der Königsmörder-Chronik, die wie auch JRR Tolkiens Werke in Deutschland bei Klett-Cotta verlegt wird. Für alle die mehr über ihn wissen wollen gibt es bei Wikipedia ausführliche Informationen. Oder werft einfach mal einen Blick in eines seiner Bücher.

Aber jetzt schaut euch erst einmal noch den Trailer an (falls ihr irgendein Detail oder die Grundstimmung vergessen habt Icon Wink in Der Hobbit - ein guter Film oder eine mittelmäßige Tolkien Adaption? ).

Patrick meint, dass  die erste Hobbitverfilmung 1966 bereits sehr gewagt war, da vieles geändert und neue Personen eingebaut wurden. Allerdings war der Zeichentrickfilm nur sehr kurz und vorallem lustig.

Der Hobbit-Trailer bereitet Rothfuss hingegen Bauchschmerzen. Auch wenn viele Leute von “Der Herr der Ringe” Trilogie überzeugt waren, findet er doch Kritikpunkte. Die Filme waren, seiner Meinung nach, annehmbare Umsetzungen der Bücher und auch gute Filme, aber die Vielfältigkeit, die in Tolkiens Büchern vorherrscht, geht bei Jacksons Filmumsetzung verloren.

Während Tolkiens Werke subtile Spannung, Drama, Action, ausgewogene Charaktere, und eine reichhaltige, eingängige Welt enthalten, so basieren Peter Jacksons Filme, seiner Meinung nach, hauptsächlich auf  brillianten Actionszenen, aufwändigen Spezialeffekten, einigen zwecklosen Actionszenen, Panoramaaufnahmen, einem guten Casting und einem seltsamen Zwerg, der wirkt, als wäre er aus einem Disneyfilm entlaufen.

Trotz dieser Argumente betont Rothfuss noch einmal, dass die Filme keine schlechten Filme sind, sondern einfach keine besonders guten Adaptionen.  Der Geist der den Bücher inne wohnt wird in den Filmen nicht ausreichend vermittelt.

Dieselbe Problemtik sieht er nun auch beim Hobbit-Film. Anhand des Trailers argumentiert er, dass auch hier wieder am Buch vorbei gearbeitet wird. Besonders die emotional aufgeladene Szene zwischen Gandalf und Galadriel empfindet er als unpassend und zu Hollywood gefällig.

Dann kommt noch ein wirklich gut ausgeführtes Argument, dass man auch mit einem gewissen Augenzwinkern lesen muss, aber dazu solltet ihr einfach mal hier in seinem Blog nachlesen.

Patrick selbst wird sich den Film ansehen, er wird ihn höchstwahrscheinlich auch gut finden, aber es wird nicht der Film zu dem Buch sein, dass er in seiner Kindheit so geliebt hat.

Fühlt ihr ähnlich oder seit ihr komplett anderer Meinung?  Lasst es uns wissen und schriebt einen Kommentar zu diesem Artikel.

Tolkiens-Welt.de TOP 10

5 Kommentare

5 Kommentare to “Der Hobbit – ein guter Film oder eine mittelmäßige Tolkien Adaption?”

  1. Garlondam 20. Februar 2012 um 21:06 1

    Für mich ist der Film/die Filme auch kein Ersatz für die Bücher, wohl aber eine Erweiterung.

  2. Lenaam 20. Februar 2012 um 22:50 2

    Ich finde die Filme klasse, sie sind zwar nicht so reichhaltig wie die Bücher, vermitteln aber auch Leuten, die sie nicht gelesen haben die Unglaublichen Schöpfungen Tolkiens.

  3. Florianam 21. Februar 2012 um 09:14 3

    Ich sehe es ähnlich wie Rothfuss. Die Filme an sich sind gut, adoptieren aber nicht den Geist der Vorlage. Tolkien schafft durch seine vielfältigen Beschreibungen einen Realismus, der den Filmen besonders im 2. und 3. Teil fehlt. Daneben gibt es sehr viele Details, die meiner Meinung nicht gut umgesetzt wurden. Zugutehalten muss man aber, dass es natürlich extrem schwer ist, die Bücher zu adoptieren und dass vorallem auch vor dem Hintergrund, dass ein solches Projekt wirtschaftlich erfolgreich sein muss, die Umsetzung einfach gut gelungen ist.

  4. Annemarieam 21. Februar 2012 um 13:26 4

    Ich stimme Florian in dem Punkt zu, dass es nicht einfach ist Film Adaptionen zu gestalten, da sie am Ende wirtschaftlich immer etwas reißen müssen. Unter diesen Umständen hat Peter Jackson mit enormen (finanziellen) Aufwand drei großartige Filme gestaltet die vielleicht sogar jemanden, der Tolkien zuvor nicht gelesen hatte dazu inspirierten, die nachzuholen. Natürlich ist nicht alles 1:1 umgesetzt worden und auch Charaktermodifikationen vor allem an Gandalf und Aragorn sind nicht unter den Teppich zu kehren. Doch meiner Meinung nach sind diese im Rahmen des duldbaren.
    Im Hobbit Trailer gibt es diese viel diskutierte Szene zwischen Galadriel und Gandalf. Natürlich kommt diese nicht im Buch vor, aber Fakt ist, dass die Großen Mittelerdes zur selben Zeit Morgoth aus dem Düsterwald vertrieben und ich bin jetzt schon gespannt, wie PJ das in seine Verfilmung mit einbringen wird. Ich bin sicher, er wird es erneut schaffen, einen guten Kompromiss zwischen Buch und Wirtschaftlichkeit finden!

  5. Bûfogham 24. Februar 2012 um 21:07 5

    Was die Trilogie angeht stimme ich Rothfuss zu. Die Filme waren gut, auch wenn ich mich noch immer über Elben am Helms Klamm und die Verhunzung von Faramir ärgere. Aber die Bücher sind auch nicht in Filmen umsetzbar; höchstens noch in einer Serie. Aber Game of Thrones beweist da ja auch, dass selbst bei Buch-zu-Serie-Umsetzungen, selbst bei Mitwirken des Autors, Abstriche gemacht werden müssen, von der Wirtschaftlichkeit ganz zu schweigen.

    Beim Hobbit kommt noch dazu, dass die Handlung selbst im Buch immer erwachsener wird, was in der Fantasy sicher umsetzbar ist, aber optisch nicht in einem Film. Der Hobbit ist halt keine Buchverfilmung, sondern greift nur das Thema und den Hintergrund des Buches auf und interpretiert diesen. Leider wird dabei den Elben wieder ein zu großes Gewicht zugeschoben, aber dafür wird der Hintergrund der Zwerge allein schon mit dem Kampf gegen Bolg bei Moira aufgerollt und lässt das größere Ganze mehr erahnen, als es bei den Ringkriegfilmen gemacht wurde.

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

*