Jan 01 2011
“J.R.R. Tolkien – Briefe” von Humphrey Carpenter
Wie der Name schon vermuten läßt, handelt es sich hier um eine Sammlung von Briefen. Diesmal jedoch keine erfunden Briefe, sondern tatsächlich J.R.R. Tolkiens private wie berufliche Korrespondenz. Humphrey Carpenter hat die Auswahl und Edition der Briefe vorgenommen. In seinem Vorwort schreibt er: “…Bei der Auswahl [der Briefe] wurde auch daran gedacht, die mächtige Spannweite seiner [Tolkiens] Geistesart und seiner Interessen vorzuweisen und sein eigenwilliges, aber stets klares Weltbild deutlich werden zu lassen…”
Da vor der Veröffentlichung des Hobbits kaum jemand von Mittelerde wußte, finden sich in den frühen Briefen kaum Information für Mittelerde-Liebhaber. Um so ergiebiger sind die Auskünfte zu Tolkiens privatem und beruflichen Leben. Von 1936 an wandelt sich das Bild, denn natürlich ist Carpenters Auswahl so, dass Tolkiens Antworten auf Leserbriefe viel Raum eingeräumt wird. So erfahren wir (wie oben gesehen) Details zur Geschichte, ebenso wie Tolkiens Interpretation zu seinem eigenen Werk.
Auch wenn wir nicht wissen, wie groß der verbleibenden Schatz an Briefen ist die Carpenter nicht aufnehmen konnte, wollte oder auch dürfte, so ist die Mischung doch sehr gelungen. In den neueren englischen Editionen wird der schnelle Zugang zu Informationen aller Art durch einen erweiterten Index erheblich verbessert. Leider muss der Leser der deutschen Ausgabe noch mit dem sehr dürftigen alten Index auskommen. Dieser enthält keinerlei Namen aus Tolkiens Mythologie. Die Übersetzung der Briefe von Wolfgang Krege ist von gewohnt guter Qualität, auch wenn man sich manchmal eine bessere Anpassung an die veröffentlichten Buchtexte wünschen würde.
Durch die Briefe baut man ein gewissermaßen “persönliches” Verhältnis zu Tolkiens Werk auf, aus dem man mit ein wenig Menschenkenntnis auch eine Menge aus der Person Tolkien herauszulesen vermag.
Hier kommt ihr die gebundene Ausgabe, sowie die Taschenbuchausgabe.







