
Die Wiederkehr des Königs (c) Klett-Cotta
Nach dem Zerfall des Bundes im ersten Band von „Der Herr der Ringe“ nimmt dieser zweite Band zunächst die Geschichte bei den verlassenen Gefährten wieder auf. Dort wird die Gruppe gleich am Anfang um eine weiteres Mitglied dezimiert und Merry und Pippin werden von eben jenen Orks die Boromir töten gefangen und verschleppt.
Die Verfolgung und die überraschende Befreiung der beiden führt sie und die anderen Gefährten weit nach Westen zurück und nahe heran an den verräterischen Zauberer Saruman. Im Kampf gegen ihn finden sie treue Verbündete, ungewöhnliche Hilfe und einen überraschenden Heerführer. So gelingt es ihnen die ersten Schlachten im Ringkrieg zu gewinnen und Saruman niederzuwerfen.
Der zweite Teil diese Bandes wendet sich wieder dem Ringträger Frodo und Sam zu. Gleich zu Beginn ihrer einsamen Wanderung begegnen sie einem alten Bekannten: Gollum. Eben jenem Wesen, von dem Bilbo den Ring „stahl“. Und immer noch sinnt Gollum auf Rache und wird von unbändiger Gier nach dem Kleinod verzehrt. Aber Frodo und Sam gelingt es, ihn zu überwältigen und sich nutzbar zu machen. Mit seiner Hilfe durchqueren sie die Totensümpfe und das Tor zum Reich Saurons zu finden. Aber das Tor ist streng bewacht und Gollum bietet sich als Führer an.
So folgen sie ihm nach Süden und geraten in die Ausläufer des beginnenden Krieges. Aber sie finden Freunde wo sie sie nicht erwarteten. Dann wenden sie sich wieder nach Osten und steigen hinauf ins Gebirge von Mordor in denen ihnen Verrat und ein grässliche Monster beinahe zum Verhängnis werden.
„Die zwei Türme“ tragen die Geschichte des großen Ringkriegs ein gutes Stück voran. Von der leichten Heiterkeit eines Kinderbuches wie sie noch in den ersten Kapiteln von „Die Gefährten“ zu spüren war, ist hier nicht mehr viel geblieben. Die Gefahren denen sich die ehemaligen Gefährten gegenüber gestellt sehen sind dunkel und bedrohlich. Und einige ihrer Heldentaten sind kriegerisch und heroisch. Dennoch gibt es auch manchen Grund zum Schmunzeln.
Nicht umsonst hat Tolkien in jeden der Handlungsstränge Hobbits als Vermittler zwischen den Helden und dem Leser eingebunden. So wechseln sich Szenen von hoher Spannung und Intensität mit solchen ab, in denen wir den Hobbits beim Zechen und Scherzen über die Schulter blicken. Da die Handlung in zwei völlig unabhängige Handlungsstränge zerfallen ist, fällt es manchmal schwer die Chronologie der Ereignisse zu verfolgen. Aber Tolkien verwendete sehr viel Mühe darauf diese aufeinander abzustimmen und zeigt immer wieder Querverweise zwischen den Handlungssträngen.
Alles in allem, eine gute Fortsetzung zu „Die Gefährten“ auch wenn dies ein sehr schweres Erbe ist.
Wie schon zuvor, gibt es auch diesen Band im Deutschen in zwei Übersetzungen. Die älteren und vielen als sprachlich passender empfundene von Margaret Carroux ist nur noch als gebundene Ausgabe zu bekommen. Während die modernisierte Übersetzung von Wolfgang Krege in einer Vielzahl unterschiedlichster Edition auf dem Markt ist.
Ja, auch diese Buch ist dringend zu empfehlen. Aber natürlich nicht als das erste Buch, das man von Tolkien liest. Günstiger ist es zunächst mit „Die Gefährten“ zu beginnen, auch wenn „Die zwei Türme“ einen kurze Zusammenfassung davon enthält. Wer aber „Die Gefährten“ gelesen hat, braucht für gewöhnlich keinen Empfehlung mehr für dieses Buch.
Erhältlich als Hörbuch, als Taschenbuch, oder als gebundene Ausgabe.
Tags: Aragorn, Boromir, Frodo, Gollum, Merry, Orks, Pippin, Sam, Totensumpf