
Eine Rezension
Gestern war es für mich endlich soweit und ich durfte den Hobbit bei der Pressevorführung in Berlin sehen, natürlich in 3D und HFR und zu meiner Freude auch in der Originalversion auf Englisch, weswegen ich hier nicht auf eventuell unschöne Übersetzungen eingehen kann.
Für alle die zwar gerne eine Kritik, aber nicht zuviele Spoiler wollen, stelle ich mein Resümee an den Anfang. Dahinter folgend dann Details zu einzelnen Charakteren. Natürlich gab es schon viele Kritiken, aber ich glaube, mein Focus ist ein bisschen anders, als der der meisten Journalisten
Resümee
Beim Hobbit handelt es sich um einen Film, der bei den Oscars sicherlich nicht so viele Preise abräumen wird, wie “Der Herr der Ringe”. Dazu gab es dieses Jahr einfach zuviele gute Filme. Aber für alle Fans von Tolkiens Werk und den “Herr der Ringe” Filmen ist es ein lohnenswertes Unterfangen sich ins Kino zu begeben.
Die Hauptcharaktere werden recht detailliert dargestellt und man hat Zeit (manchmal einen Tick zuviel) sich in ihr Handeln und ihre Entscheidungen hineinzuversetzen. Häufige Referenzen auf “Der Herr der Ringe” verknüpfen die beiden Geschichten, auch wenn man an einigen Stellen damit hätte sparsamer sein können.
An wenigen Punkten hat man das Gefühl, manche Darstellungen wären äußerst geschicktes Productplacement von Blizzard oder einer anderen Spieleschmiede, was der Gesamtoptik aber eher wenig Abbruch tut, es sei denn man schaut sich den Film nur wegen der Ork- und Goblinszenen an.
Es wäre sicherlich ein intensiveres Kinoerlebnis geworden, wenn alberne Szenchen weggelassen und dafür mehr Charaktermomente enthalten gewesen wären. Da der Film aber nicht nur für Tolkienfans ist, sondern auch für ein Publikum, das einen Blockbuster mit Humor und Action erwartet, muss man wohl damit leben können.
Stellt sich die Frage: Könnte Tolkien diesen Film gut heißen?
Meine Antwort darauf ist: Ja, auf jeden Fall. Es werden humanistische Ideale herausgearbeitet, Charaktere liebevoll und unverstellt inszeniert und “Der Hobbit” ist nicht nur ein einfacher Kinderfilm. Auch Tolkiens andere Arbeiten haben Einfluss und ergänzen die Handlung geschickt.
Ich für meinen Teil werden ihn mir sicherlich noch mehrfach ansehen, bevor dann “The Desolation of Smaug” in die Kinos kommt. Und ob er nun Oscars gewinnt oder nicht, das tut eigentlich nichts zur Sache. Für mich muss sich der Film auch nicht zu sehr an “Der Herr der Ringe” messen, denn er erzählt eine eigene Geschichte, die auch für sich steht und nicht bloßes Prequel ist.
HFR und 3D
In meiner Betrachtung möchte ich mit dem anfangen, wovon ich tatsächlich am wenigsten Ahnung habe: Der Technik. 3D ist ja mittlerweile nichts besonderes mehr. Allerdings muss ich sagen, dass “Der Hobbit” nach “Avatar” der erste Film war, bei dem ich ohne Kopfschmerzen aus dem Kinosaal gegangen bin. Außerdem wurden die 3D Effekte bei weitem nicht so aufdringlich eingesetzt wie das leider häufig der Fall ist. Es wirkte eher so, als würde man in einem Theaterstück sitzen und würde die Schauspielern direkt vor sich sehen. Umso effektiver waren dann die Momente in denen es tatsächlich so wirkte, als würde ein Pfeil o.ä. aus der Leinwand herausschießen.
Auch die HFR trug zu dem gelungenen Erlebnis bei, denn Bewegungen wirken tatsächlich realistischer und angenehmer. Davon, dass es billig oder zu deutlich wirken würde, habe ich nichts gemerkt. Da die technischen Hintergründe allerdings nicht mein Bereich sind, sollen darüber andere urteilen, aber mir als Laien hat es äußerst gut gefallen. Schon jetzt freue ich mich darauf Vergleiche anstellen zu können, wenn ich den Film mit normaler Frame Rate und in 2D gesehen habe.
Filmmusik

Hobbit Soundtrack (c) WarnerBros.
Hier wird sich Howard Shore selbst historisch. Mehr Referenzen auf “Der Herr der Ringe” wären kaum noch möglich gewesen. Ein zweischneidiges Schwert! Denn entweder man empfindet die Filmmusik als Copy&Paste mit einigen neuen Elementen oder man freut sich darüber, dass Szenen, die denen aus “Der Herr der Ringe” ähnlich sind, sofort ähnliche Emotionen hervorrufen. Bei mir war Zweiteres der Fall, denn der Wiedererkennungswert der Melodien hat mich sanft durch den Film getragen. Das Imperium aus Star Wars hat schließlich auch seinen “Imperialen Marsch”, der auch andauernd abgewandelt und wiederholt wird. Warum sowas nicht auch bei Tolkien einbringen?
ACHTUNG SPOILER!
Weiterlesen »
Tags: Bilbo, Elben, Elrond, Galadriel, Gandalf, Goblinkönig, Hobbit, Istari, Martin Freeman, Ork, Radagast, Saruman, Thorin, Zwerge