Sep 13 2011
Die Tolkien Audio Collection – ein Hörgenuss mit Originalaufnahmen Tolkiens
Die vier CD’s dieser Collection kommen ganz ohne gedruckten Text daher. Eine kurze Angabe des Inhalts jeder einzelnen CD auf dem mit Photos von JRR Tolkien gestalteten Pappcover reicht. Und dieser Inhalt hat es in sich. Zwei der vier CDs enthalten von JRR Tolkien selbst gesprochene Texte aus seinen Büchern. Ganz überwiegend sind es Lieder und Gedichte, die Tolkien zum Besten gibt, meist begleitet von kurzen Prosapassagen, die im Text der Bücher vor den Gedichten stehen.
Den passenden Beginn macht ’Riddles in the Dark’ aus ’The Hobbit’. Dann folgen Ausschnitte aus ’The Lord of the Rings’ die über eine Stunde Hörvergnügen bereiten. Abgeschlossen wird dieser Teil der Sammlung durch acht der Gedichte aus ’The Adventures of Tom Bombadil’.
Auf einer der beiden verbleibenden CD’s liest Christopher Tolkien die Geschichte von Beren und Lúthien, und auf der anderen ’Of the Darkening of Valinor’ und ’On the Flight of Noldor’ liest er aus dem ’The Silmarillion’.
Bedenkt man, dass diese Aufnahmen bei der Veröffentlichung alle schon deutlich über 30 Jahre alt waren und zum Teil in der Wohnung eines Collegekollegen mit einem privaten Tonbandgerät gemacht wurden, dann ist die Tonqualität durchgehende überraschend gut. Bei der Auswahl der Stücke wünscht man sich manches Mal mehr Prosatext. Vielleicht liegt das aber auch nur an dem beim Hören aufkommenden allgemeinen Wunsch nach mehr. JRR Tolkien unterscheidet jede Person, die er spricht, durch Stimme und Betonung. Seine lebhafte, zum Teil dramatische Betonung gibt die Stimmung der Passagen perfekt wieder.
Christopher Tolkien wählte die Geschichte von Beren und Lúthien wohl nach den Vorlieben seines Vaters aus. Anders die zweite Passage. Die Verdunkelung von Valinor und die Flucht der Noldor sind eben jene Passagen des „Silmarillions“ die JRR Tolkien selbst am intensivsten überarbeitete. Aus der „History of Middle-Earth“ wissen wir, dass JRR Tolkien nach der Veröffentlichung des „Herrn der Ringe“ versuchte das „Silmarillion“ in eine kompatiblen Stil umzuschreiben. Und bei diesen Kapiteln war der Prozess am weitesten fortgeschritten, und wie ich meine erfolgreich.
Wer kein ’native speaker’ ist, muss sich manches Mal ganz schön konzentrieren, um im Text mitzukommen. Eine gedruckte Ausgabe des englischen Textes hilft dabei. Aber auch ohne jedes Wort zu verstehen, bereitet es ein ungeheures Vergnügen Tolkien zuzuhören, wie er jedem seiner erfundenen Charaktere eine eigene Stimme verleiht.
Die Cds bekommt ihr hier.
Keine Kommentare





