Dez 20 2011

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“Nachrichten aus Mittelerde” von JRR Tolkien

Abgelegt 11:37 unter Bücher

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Nachrichten aus Mittelerde (c) Klett-Cotta

Das Buch ist in vier Teile gegliedert wobei die ersten drei jeweils Geschichten aus einem der Zeitalter von Mittelerde enthalten. Im ersten Teil erfahren wir zunächst von Tour Herkunft und Jugend. Dann wandern wir mit ihm von Hithlum bis hin zu in die Ebene von Gondolin. Dort hat Tolkien die Geschichte abgebrochen und so entgeht uns hier die Schlacht zum Untergang der Stadt, die eigentlich hätte folgen sollen.

Das zweiten Kapitel diese Teils bildet die Narn I Hîn Húrin die Geschichte der Kinder Húrin. Die Narn beginnt mit der Geschichte von Túrins Kindheit. Die Beschreibung von Húrins und Huors Aufenthalt in Gondolin und der Schlacht der Ungezählten Tränen, die im Originaltext gegeben werden, lässt der Editor in diesem Buch aus, da sie bloße Varianten der Geschichten im „Silmarillion“ sind.

Er nimmt die Geschichte dann mit dem Wortstreit zwischen Morgoth und Húrin wieder auf. Dann folgen wir Turin nach Doriath und erleben wie er von dort „vertrieben“ wird und sich den Geächteten anschließt. Mit Turins Ankunft im Hause des Zwerges Mîm bricht der erzählende Text ab und dem Editor bleibt nichts anders übrig als uns die spärlichen Notizen zur Geschichte von Dor Cúrathol wiederzugeben. Auch zum Aufenthalt von Túrin in Nargothrond erhalten wir hier einige weitere Informationen aber die erzählende Geschichte begint erst wieder mit Túrins Rückkehr nach Dor Lómin. Von hier an folgen wir der Tragödie des Hauses Húrin in voller länge bis zum Begräbnis von Túrin.

Im zweiten Teil des Buches erhalten wir zunächst eine Beschreibung der Insel Numenor. Dann gibt es die einzige Geschichte von der Inselbewohnern die den Untergang über dauert hat: Das Weib des Seefahrers, die unglückliche Liebe des sechsten Königs von Numenor. Im Anschluss enthält das Buch noch die Liste der Könige die jedem der Inselherrscher einen kurzen Absatz widmet. Das vierte Kapitel dieses Teil des Buches widmet sich den von der Textsituation wie von der Geschichte her komplexen Charakteren Galadriel und Celeborn und Amroth von Lórien.
Der dritten Teil des Buches beginnt mit der ausführlichen Erzählung des Verhängnisses auf den Schwertelfeldern. „Cirion und Eorl und die Freundschaft zwischen Gondor und Rohan“ ist tatsächlich zunächst eine Chronik der Kriege Gondors gegen die Ostlinge und rekapituliert dann die Schenkung Cirions mit dem Eid der unverbrüchlichen Freundschaft auf dem Amon Anwar. Dannach berichte uns Gandafl wie es dazu kam, dass er Bilbo mit den Zwergen auf die Fahrt zum Erebor schickte und über die Bewegungen der Nazgûl bei der Suche nach dem Auenland und „Beutlin“.

Der Schluss dieses Teils erhellt die Schlachten um die Furten des Isen, in denen Théodens Sohn Théodred erschlagen wurde.
Der letzte Teil des Buches gibt in drei Kapiteln Informationen über die Drúedain oder Drûg, über die Istari oder Zauberer und über die Palantíri.
Ergänzt wird das Buch durch eine Karte Numenors und eine um Namen und Details erweiterte Karte von der Länder im Nord-Westen Mittelerdes. Die zweite ersetzt in den Aktuellen Ausgaben des Herrn der Ring meist die ursprüngliche Karte mit etwas kleinern Maßstab und etwas größerem Ausschnitt.

Die Nachrichten aus Mittelerde sind Christopher Tolkiens erster Versuch meist unvollendete Schriften seines Vaters, die über „Das Silmarillion“ hinaus gehen, zu veröffentlichen. Die Edition ist im ganzen gut gelungen, obwohl sich Christopher Tolkien auch hier an einigen Stellen dem editorischen Mittel der Nacherzählung bedient, um einen geschlossenen Text zu erhalten. Im Gegensatz zum „Silmarillion“ werden hier jedoch die Quellen kurz angegeben und die notwendigen editorischen Eingriffe erläutert. Daneben werden die Texte vom Editor mit Kommentaren, Querverweisen und Zusatzinformationen aus andern Manuskripten ergänzt.

Die Geschichten des ersten Teils des Buches sollte der Leser schon aus dem „Silmarillion“ kennen, aber hier werden sie in epischer Breite erzählt und nur hier treten einem die Protagonisten als lebendige Charaktere entgegen. Die anderen Geschichten und Essays sind völlig neu und werden ansonsten wenn überhaupt nur in Annalen und Chroniken erwähnt.
Wer vom Silmarillion enttäuscht war, weil es keine zweiter Herr der Ringe ist, der mag mit diesem Buch entschädigt werden, auch wenn die meisten Geschichten unvollendet sind.

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Zuruck8 in Nachrichten aus Mittelerde von JRR Tolkien

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