Mai 13 2010
Rezension zu J.R.R. Tolkien: “The Treason of Isengard”
Den Titel „Der Verrat von Isengard“ schlug JRR Tolkien für das Buch III von „Der Herrn der Ringe“ vor. Aber der Zweite Band der “History of the Lords of the Rings“ beschreibt tatsächlich die Geschichte der Niederschrift von „Der Herrn der Ringe“ vom ersten erscheinen von Saruman als Grund dafür das Gandalf nicht zu Frodo zurückkehrt. Jedoch kommt das Buch nicht mehr dazu uns Saruman Fall zu präsentieren. Dies liegt daran, dass mit dem Auftauchen von Saruman auch die bereits im ersten Band vorgestellten Kapitel überarbeitet werden mussten, so dass sich etwa die Hälfte des vorliegenden Bandes mit dieser Überarbeitung befasst. Hier nun endlich verschwindet die Geschichte von Hamilcar Bolger, der als Double von Frodo mit Gandalf nach Bruchtal reitet und den Tolkien strich, da er fand die Geschichte enthielte sowieso schon zu viele Hobbits.
In diesem Buch verfolgt der Leser wie aus Radagast, Gandalfs Cousine im Hobbit, und der Notwendigkeit einen Grund für Gandalfs fernbleiben zu erfinden, der Heren Istaron, der Orden der Zauberer, entsteht. Von den vielen Details in den einzelnen Kapiteln die später verändert, weggelassen oder vergessen wurden, sei hier nur der Ring Sarumans erwähnt. Dieser ist zunächst einer der Zwergenringe und dann wird viel deutlicher als im Herrn der Ringe gesagt, dass es Saruman Versuch ist einen eigen Ring zu schmieden. Das Buch präsentiert auch Tolkiens Karte der Länder in denen die Geschichte des Herrn der Ringe spielt. Sie besteht im Original aus drei Blättern. Dies überlappen einander stark und wurden nicht alle zur gleichen Zeit beigefügt. Zusätzlich wurden einige Stellen mehrfach mit Zetteln überklebt, um die Geographie der sich entwickelnden Geschichte anzupassen. Was von den frühen Ebenen der Karte auszumachen ist gibt das Buch in Neuzeichnungen wieder. Auf diese Art kann der Leser nach vollziehen wie sich die Länder vor Tolkiens geistigem Auge entwickelten.
Das Buch endet mit dem Kapitel „Der König der Goldenen Halle“. Dies nicht weil Tolkien an dieser Stelle eine Pause bei der Niederschrift des Herrn der Ringe gemacht hätte, sondern weil diese Stelle dem Editor am geeignetsten erschien. Christopher Tolkien gesteht in seinem Vorwort ein, dass dieser Band der “History of the Lord of the Rings“ während er ihn editierte, sich seinem Versuch ihn zu kürzen hartnäckig widersetzte. Dabei ist der Anteil des zusammenhängenden Primärtextes kleiner als im vorangegangenen Band. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte hier in weiten Teilen schon weit stabiler ist und so näher am später veröffentlichen Text ist und in solchen Fällen fügt der Editor hier verweise ein. Daher wirken viel der Kapitel in diesem Band etwas wie Kollagen. Dennoch erschließt das Buch einen der wichtigsten Teile in der Entwicklung des Herrn der Ringe.
Fazit: Wer schon immer wissen wollte warum Saruman ein Verräter wurde wird in diesem Buch feststellen müssen, dass die Rolle des Verräters entstand bevor Saruman als Mitglied von Gandalfs Orden überhaupt auf der Bühne erschien. Wer aber nach Texten Tolkiens sucht, die sich als zusammenhängenden Geschichte lesen lassen der wird vom diesem Buch enttäuscht werden.
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